Archiv der Kategorie: Workshopergebnisse

Workshopergebnisse aus dem Workshop mit Martin Glaz Serup am 27.05.2016

Schreibaufgabe: Wähle einen abstrakten Gegenstand, ein Gefühl oder einen Zustand und beschreibe diesen/dieses wie ein lebendiges Wesen

 

Concept: a window of a camper changes always its places and describes what it sees the whole day

Germany – Bavaria

A window looks down from a moutain to a fair with lots of people dressed in Dirndls.

A coming around man in Lederhosen who is on the way to the fair looks at the window.

The window opens itself and says „hello“ to the man with his gesture.

The man wonders and goes away with a disaproval.

The window is sad and drives away.

 

On a highway

The window doesn´t like the fast driving.

 

Switzerland

The window finds out that it doesn´t like egoistic persons.

 

(Leonie Wilken, Clara Jacobs)

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Ergebnisse aus dem Workshop mit Roman Ehrlich am 24.1.2014

Kälte und Wärme

Als ich aus dem Haus gehe, werde ich von einem Nachbarn freundlich angelächelt und gegrüßt.
Etwas Warmes, ein angenehmes Gefühl, durchflutet meinen Körper.
Ich spüre die wenigen, von Wolken abgeschwächten Sonnenstrahlen in meinem Gesicht und bin glücklich. Ich lächele ebenfalls, nicke und grüße zurück.
So gehen wir aneinander vorbei. Wir reden nicht.

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Ergebnisse aus den Workshops mit Jan Böttcher am 28. + 29.11.2013

Am Baskeballkorb

Abpfiff! Das Spiel war zu Ende. Luca trat wütend gegen denn Ball, um seiner Wut freien Lauf zu lassen. Wie konnte das nur passieren? So knapp verloren, und das auch noch in der letzten Sekunde. Alles seine Schuld, dachte Luca, hätte er eben gerade diese 100% Chance einfach versenkt, ständen sie jetzt als Sieger da… Was würden seine Manschaftskameraden wohl über ihn denken? Aber was noch viel wichtiger war: Was würde Sarah wohl über ihn denken? Wahrscheinlich würde sie ihn wieder trösten wollen und er würde sie wegschicken. So war das jedes Mal, wenn er Probleme hatte, jedes Mal kam sie, um zu helfen und er schickte sie weg und danach fragte er sich jedes Mal: Warum? Denn eigentlich mochte er Sarah ja echt gerne, aber natürlich wollte er auf keinen Fall, dass sie das wusste. Plötzlich fühlte er eine Hand auf seiner Schulter und drehte sich um. Weiterlesen

Ergebnisse aus dem Workshop mit Andreas Stichmann am 25.1.2013

Ankunft in London

Durch ein Menschengetümmel am Flughafen sehe ich eine Werbetafel mit der Aufschrift : ‚Welcome to London‘.
Irgendwie ist alles anders, als ich es mir vorgestellt habe. Mein Opa hat mir in seinen Erzählungen von einer echt schönen Altstadt erzählt, wo alle Trenchcoats tragen und total Britisch aussehen. Aber das einzige, was mir auffällt sind ganz viele Inder.
Wo sind all die Briten, die Tee trinken und den besten Akzent haben, den Opa je nachgeahmt hat?
Ich werde von einem Mann an der Schulter gestreift. „ Soli“, sagt er und geht hastig weiter. Was will er? Soli? Hä?
Ich hebe langsam meinen Koffer an, vollgestopft mit meinen liebsten Sachen, das einzige, was ich mit in mein neues Leben nehme. Ich bewege mich vorwärts, Richtung Ausgang. Währenddessen krame ich aus meiner Jackentasche einen Zettel mit der Adresse von dem Apartment, welches mir mein Opa vererbt hat.“Liverpoolstreet 46 Apartment, 10b“
Bevor ich den Ausgang erreicht habe, hält mich ein Mann an den Schultern fest. Dabei lässt er eine Tasche fallen und sagt: „Pass auf, der Marshall will, dass es ohne Opfer über den Tisch geht.“
Er lässt meine Schultern los und verschwindet in der Menge. Weiterlesen

Ergebnisse aus dem Workshop mit Olga Grjasnowa am 23.11.2012

Mein Leben in zehn Jahren

Zehn Jahre sind schon vergangen. Jetzt bin ich 27 Jahre alt und mein Leben ist ein einziges Chaos. Ich erinnere mich, als ich mein Abitur machen wollte und alles hingeschmissen habe, weil ich einfach keine Lust dazu hatte. Nun merke ich, es war ein Riesenfehler. Schon seit Jahren wohne ich in einer kleinen, dreckigen Einzimmerwohnung, ganz am Rand der Stadt, genau da, wo ich nie sein wollte. Ich habe keine Ausbildung, geschweige denn eine richtige Arbeitsstelle. Meine finanzielle Lage? Darüber mag ich gar nicht reden. Meine Rechnungen stapeln sich. Bald werde ich auch noch meine Wohnung verlieren. Dann ende ich genau da, wovor ich mich am meisten gefürchtet habe: Auf der Straße. Andere Leute um Geld anbetteln? Nein das will ich nicht. Jeden Tag stehe ich auf, fahre in die Stadt und versuche, einen Job zu finden. Weiterlesen

Ergebnisse aus dem Workshop mit Jan Böttcher am 07.09.2012

Thema: Anfänge….

Meine Figur trifft auf seine große Liebe

Frage und Antwort, Gesucht und Gefunden

Wer bin?! Wo bin ich?! Was bin ich?!
Auf jede Frage eine Antwort.Daniel Pi Kageyama Jr., 25 Jahre alt und geboren in Deutschland, beziehungsweise München. Momentan befinde ich mich in Tokyo, Japan. Was ich bin? Auf jeden Fall ein Mensch, wobei ich als Kind nicht immer so behandelt wurde! Aber was für eine Nationalität Mensch ich bin? Das ist etwas ganz anderes. Meine Mutter ist halb Deutsch, halb Chinesisch, und mein Vater ist halb Japaner und halb Afro-Amerikaner. Da fragt man sich doch, was kann aus so einer Kombination nur herauskommen? Tja, das ist ganz einfach denn ich bin: Ein Viertel Afro-Amerikaner, Chinese, Deutscher und Japaner!! Oder wie man mich auch mal genannt hat: Halb Schwarzer, schlitzäugiger Nazi! Nicht gerade schön, aber der Mensch macht andere halt runter, um sich selbst besser zu fühlen. Was tue ich?! Was will ich?! Was dann? Weiterlesen

Ergebnisse aus den Workshops mit Joachim Meyerhoff am 25.1.2012

Eiskalter Winter.

Eiskalter Winter. Mindestens minus 15 Grad. Mein Miniteich, der eher einer Pfütze ähnelte, war mit seiner Wassertiefe von dreißig Zentimetern hoffnungslos zugefroren. Von den Fischen keine Spur – außer ein verdächtiger Goldschimmer kurz unter der Oberfläche. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich einen der Goldfische – er hieß Sissy – in Bauchlage im Eis eingefroren. Da er so weit oben lag, dachte ich noch:“Der Arme, den hat es wohl schon gleich am Anfang getroffen, kein Durchhaltevermögen – nun gut, was sollte ich erwarten, es war schließlich ein verzogener, an Wärme gewöhnter Futterhausfisch.“ Es musste schrecklich sein zu erfrieren, das sah ich deutlich an den weit offenen, leblosen Fischaugen. Ich war abgeschweift und hatte gedankenverloren auf einen undefinierbaren Punkt in der Ferne geguckt und stand nun schon eine ganze Weile am Fischteich, meine Zehen meldeten Eiszapfenmodus. Da dieser Tag immerhin etwas wärmer war als die letzten und die Sonne direkt auf den Teich schien, war die oberste Schicht – nur Millimeter – aufgetaut. Winzige Eisschollen schwammen auf dem restlichen Eis, es trennte sie nur ein wenig Eiswasser. Trotzdem – mit meinem Kescher schaffte ich es nicht, den Fisch aus dem Teich zu holen. Da ich es aber nicht ertragen konnte zu wissen, dass da ein Toter lag, überlegte ich mir eine andere Methode. Weiterlesen

Ergebnisse aus den Workshops mit Catalin Dorian Florescu am 4. 11. 2011

Ich höre Geräusche…

Ich höre Geräusche viel besser und viel lauter. Alles was ich sehe, fühlt sich anders an und sehr fremd, selbst wenn es Dinge sind, die ich jeden Tag entweder sehe oder sogar anfasse. Man kann die Umgebung riechen. Es riecht feucht und nach Gras oder Blättern. Ich spüre mehr. Ich laufe normal und höre in einem Moment gar nichts, alles scheint stumm zu sein. Trotzdem spüre ich, dass jemand an mir vorbei geht, ein Mensch, den ich nicht sehe oder höre, sondern nur spüre. Ich empfinde alles als dunkel, matt, trist, leer, ohne Emotionen. Bei jedem Schritt, den ich mache, fühle ich mich, als ob ich mit jeder Bewegung gegen eine Mauer laufe. Ich habe Angst, mir weh zu tun. Deshalb zögere ich, schnell zu laufen und bewege mich langsam voran. Kaum berührt mich etwas, mit dem ich nicht gerechnet habe, sei es ein Stock oder etwas anderes, erschrecke ich, weil ich nicht weiß, was es ist. Es ist ungewohnt und anders, nichts zu sehen. Ich merke, wie stark wir Menschen, die sehen können, auf diesen Sehnerv angewiesen sind, wie sehr wir uns auf ihn verlassen. Ich frage mich, wie es blinden Menschen ergeht, wie es für sie ist, nichts zu sehen, und damit groß zu werden, blind zu sein. Sie spüren mehr, glaube ich – ich verstehe es nicht.

(Suzan) Weiterlesen