Archiv der Kategorie: freie Texte

Höchste Zeit (M.)

Sie saß still auf einer Bank und wartete auf den Bus. Saß still, schwieg.Sie wollte summen, irgendeine Melodie. Doch sie hatte Angst, jemand könnte sie hören. Die Haltestelle lag zwar abseits des Dorfes.

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Verstehen, ein zitterndes Manifest (Alexandra Rieffers)

Räumlichkeit zählt doch nicht, sind es doch nur drei Meter, die uns trennen – und beide zittern und weinen wir, beide verschlingen wir einander, doch natürlich bleiben wir am Boden, wissend, dass jedes Wort des anderen den einen beschreibt.
Eben noch für irrelevant befunden, beinahe sogar vergessen, doch dann ein Wort, ein Schwall von gebrüllten, von Schmerz und Hass getränkten Silben, die wahllos aneinandergereiht werden, ein großes Nichts beschreiben, was sich in dir, mir, uns ausbreitet, uns wie ein Virus von innen zerfrisst.
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Die weiße Nacht (Bastian Okrongli)

Sarah entweicht der Atem wie eine Wolke aus ihrem Mund. Sie atmet tief den Geruch ihres Gartens ein, den Duft von Tannen, die mit ihrem weißen Kleid im Mondlicht strahlen und Sarah ein Lächeln von den Lippen ziehen. Ein Vogel fliegt dicht an ihrem Kopf vorbei, setzt sich auf einen Zweig der Tanne, die direkt vor Sarah steht und befreit ihn durch die so entstandenen Bewegungen vom Schnee…. Weiterlesen