Senthuran Varatharajah – Porträt

af_varatharajah_senthuran__150Senthuran Varatharajah, geboren 1984 in Sri Lanka, studierte Philosophie, Evangelische Theologie und Kulturwissenschaft in Marburg, Berlin und London. 2014 nahm er – ohne zuvor etwas veröffentlicht zu haben – an den 38. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt teil und erhielt den 3Sat-Preis. Senthuran Varatharajah lebt in Berlin und war auf seinem Weg zum Schriftsteller unter anderem Stipendiat der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen, erhielt das Alfred-Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Künste und war Teilnehmer der Autorenwerkstatt Prosa 2014 des Literarischen Colloquiums Berlin.

Schon vor seinem Debütroman galt der Berliner Autor Senthuran Varatharajah als großes Talent. Nun hat er seinen ersten Roman „Vor der Zunahme der Zeichen“ veröffentlicht. Darin setzt er großen Wert auf das Schreiben gegen rassistische Klischees und reflektiert von Flucht, Migration und vom Ankommen in Asylbewerberheimen am Rand der deutschen Gesellschaft. Varatharajah kann auch aus eigener Erfahrung sprechen: Bereits kurz nach seiner Geburt 1984 in Jaffna auf Sri Lanka floh seine Familie vor dem Bürgerkrieg nach Deutschland. Bis zu seinem sechsten Lebensjahr war die Familie in Oberfranken in einem Asylbewerberheim untergebracht. Schon während seines Aufwachsens und Erwachsenwerdens begegnet Varatharajah laut eigener Aussage immer wieder offenem Rassismus und unterschwelligen Vorbehalten, wie er es auch in seinem Roman zum Thema macht. Die Gesellschaft müsse sich an die neuen Gegebenheiten anpassen und nicht von einem Menschen wie ihm, mit dunkler Hautfarbe, automatisch erwarten, dass er die deutsche Sprache nicht beherrsche, so Varatharajah in einem Interview mit Katja Weise von NDRKultur. Er habe die deutsche Sprache mit Hilfe der Bibel und des Fernsehens gelernt, später haben ihn die großen Philosophen fasziniert und weitergebracht.

Den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2017 erhält Senthuran Varatharajah für seinen im S. Fischer Verlag erschienenen Debütroman. Die Jury begründet die Vergabe:

„Der Förderpreis geht an Senthuran Varatharajah für seinen Roman „Vor der Zunahme der Zeichen“, in dem ein junger Mann aus Sri Lanka und eine junge Frau aus dem Kosovo von ihren Herkunftswelten und ihrer Ankunft in Deutschland erzählen und zugleich eine Forschungsreise in ihre neue Sprache unternehmen.“

Auszeichnungen / Stipendien (eine Auswahl):

  • Studienstipendium des Studienwerks der Heinrich-Böll-Stiftung
  • Institutspreis für den besten Studienabschluss im akademischen Jahr 2010/2011 am Institut für Philosophie der Humboldt-Universität zu Berlin, verliehen von der Carl und Max Schneider Stiftung zur Förderung der Philosophie
  • Promotions- und Auslandsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes
  • Erasmus-Stipendium der Europäischen Union
  • Aufenthaltsstipendium der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen
  • Alfred-Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Künste                                                                                                                                                                  (Eva Bargmann)

Quellen:

http://www.litagentur.com/index.php?id=11&autor=130

http://archiv.bachmannpreis.orf.at/bachmannpreis.eu/de/autoren/4626/

http://info.arte.tv/de/schreiben-gegen-rassistische-klischees

http://www.ndr.de/kultur/kulturdebatte/Der-Autor-Senthuran-Varatharajah,varatharajah104.html