Jan Böttcher: Lesung 2

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jan boettcher_lesung2Der Abend mit dem Berliner Autor Jan Böttcher im Gemeindehaus der St. Petri Domgemeinde beginnt mit einer freundlichen Einführung von Herrn Pastor Flügger. Dann erzählt der Autor zunächst von seinen Erfahrungen als Schriftsteller und Musiker und seinem vierwöchigen Aufenthalt in Helsinki, zu dem er vom Goetheinstitut im Oktober 2013 als Stadtschreiber eingeladen worden war. Genaueres dazu kann man auf dieser Website unter Finnland-Blog, Autorenportrait bzw. Buchvorstellung nachlesen.

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Wenig später beginnt er mit der Lesung aus seinem 2011 im Rowohlt Verlag erschienenen Roman „Das Lied vom Tun und Lassen“.
Eine lauschige, beinahe intime Atmosphäre legt sich wie ein Schleier auf den Raum. Nach diesem ersten Einblick erläutert Jan Böttcher die Struktur des Romans. Er sei in drei Teile separiert. Erzählt werde aus der Sicht eines Lehrers, eines Schulgutachters und einer Schülerin. Drei Generationen und drei Blickwinkel auf ein und dasselbe Geschehen: Den Selbstmord einer Schülerin und dessen Folgen. Ein Brückenschlag zwischen drei Generationen.
Auch das Internet und vor allem die Musik spielen eine wichtige Rolle in diesem Buch, zu erkennen an den Songtexten, die der Roman enthält und die der Autor auf seiner Internetseite eingespielt hat. Leider bekommen wir an diesem Abend keines der im Buch erwähnten Stücke auf seiner Gitarre zu hören. Er habe als Musiker begonnen, so der Autor, aber seine Zeit mit der Band auf der Bühne betrachtet Jan Böttcher als abgeschlossenes Lebenskapitel.
In dieser beinahe privaten Atmosphäre werden laufend Fragen gestellt. So erfahren wir, dass der Roman einige autobiographische Anteile aus der Schulzeit des Autors enthält.
Eine zweite Textstelle des Romans folgt. Die Zuhörer schließen die Augen und genießen sehr konzentriert das Vorlesen, es spiegelt die besondere Atmosphäre dieses Abends wider. Nach kurzem Applaus und vielen Fragen liest der Autor auf Wunsch noch einige kurzweilige Auszüge aus seinem Helsinki-Blog vor, die den Abend unterhaltsam beschließen.
Insgesamt eine sehr ungezwungene, interessante Lesung, der man noch mehr Publikum gewünscht hätte.

Lesung am 28.11.2013 im Gemeindehaus der St. Petri Domgemeinde

(Ammon S.)