Rozalie Hirs: Ergebnisse aus dem Workshop am 07.06.2013

Steffen Korres
Vergangenes ist vergangen

Das blaue Wasser
im klaren Pool
erinnert
an die Karibik

Die Frische
des Wassers
erinnert
an erfrischendes Eis

Die eisige Kälte
des Winters
lässt
mein Gesicht erfrieren

Die unendliche Weite
der riesigen See
macht
in meinem Herzen Platz

bin ich bereit für Neues
Vergangenes vergangen ist
bereit für Neues.

Laura C. Beusse
Gelb ist…

Gelb ist die Zitrone, saure Zitrusfrucht,
die auf Plantagen im Süden wächst.

Gelb ist die Wüste, mit Sand und Felsen,
ohne Wasser – tagsüber heiß, nachts kalt.

Gelb ist der Neid, ungerecht, der zum Hass wird,
zerstört – Freunde zu Feinden macht.

Gelb ist das Glück, ein Kartenspiel mit der Familie,
einem Eis in der Sonne.

Gelb sind die Sterne, weit und unerreichbar –
ihr schönes Licht bereitet mir Fernweh.


Anonym

Blau
Blau
tief wie das Meer
lebendig wie ein Wasserfall
wie der Regen

Blau
klar wie ein Eiskristall
kalt wie ein Winterschatten
zart wie ein Veilchen

Nur ein Tupfen blau
weit und unergründlich wie der Himmel.

Louisa Inhülsen
Gelb

Die Sonne strahlt knallgelb                                      vom Himmel herab
sieht wie Blumen wachsen
und alle draußen sitzen
 Freunde zum Grillen treffen –                                  vergessen ist der Schnee.

Mitten im nächtlichen Sternenhimmel                       prangt der Mond
so kühl die Nacht
in der wir zelten.

Wir sitzen am Meer – wie gestern                             am Strand holte sich
meine Schwester                                                   einen Sonnenbrand
da sie die Sonnencreme vergaß
uneingecremt mit dem Eis
 auf ihrem Strandtuch saß.

Zu den sonnengelben Früchten                              Sternfrucht, Zitrone und
Banane
esse ich Weißbrot mit Orangenmarmelade.


Louisa Inhülsen

Sandkorn

Mit Millionen liegen wir am Strand
und bleiben dennoch unbekannt
wie denn auch wir füllen ihn ja
denn ohne Sand gibt’s keinen Strand

Ich kleines Korn habe schon vieles erlebt
an großen Sandburgen hab ich schon geklebt
zu Flossen und Türmen wurde ich verbaut                     dieses Leben ist mir
ganz vertraut

Wie der Wind es will beweg ich mich
peitsche den Leuten gerade ins Gesicht.
Mal lieg ich am Strand dann wieder tief im Meer,
für mich ist die Welt nie langweilig nimmer leer

V.B.
Der Gepard

Mit lautlosen Schritten
pirscht er sich ran,
an die ahnungslose Gazelle
bereit zum Todessprung

Das flinke Opfer
wittert schon Gefahr
schaut aufmerksam auf
und rennt davon

Der Jäger springt hervor
aus seinem Schutz
und jagt mit langen Sprüngen
der Gazelle hinterher.


Bente Nazarek

Der Felsen

In den endlosen Weiten der See
stehe ich
wie eine Tatsache bin ich
ein Fels in der Brandung
ja Fels in der Brandung
nichts und niemand
kann mir etwas anhaben

Ich blicke in die Welt
mit all ihrer Schönheit
doch sehe ich auch Leid
Schmerz und Hass
doch stehe ich hier
zum Zusehen verdammt

Ich teile die Wellen
verlässlich wie Tag und Nacht
verlässlich wie Ebbe und Flut
aber ändern kann ich nichts

Ich bin verwurzelt verankert
alles zerschellt an mir
mein Schicksal ist zu bleiben
stets am selben Ort

Kaan Öcal
Der Ball

Wenn die Kugel nicht rollt
sagt mein Trainer
könnt ihr laufen was ihr wollt
der Ball muss laufen
und nicht ihr

statt euch zu raufen
miteinander reden
besser wär
mal den Weg zu nehmen

und ihn ins Tor wehen lassen
trau dich Junge
schieß ihn rein
aber macht nichts
allein

Achim Schönbrodt
Der Schwan

Groß und anmutig
Tanz der Schönheit
edel wie ein König
und doch nur ein Tier
auf dem Wasser gleitend
elegant und grazil
ein Spiel mit den Wellen
und doch nur ein Tier

schweift er in die Lüfte
einzigartig wie der Tag
fliegt und fliegt
dem Sonnenschein entgegen


Lennart Söncksen

Der Vorhang

starrende blicke auf den vorhang –
unwissend sind die leute,
sehen nur den großen vorhang,
nicht was dahinter ist.

ich bin dahinter,
klein, unschuldig, unwissend
stehe ich da
und hab in der hand
das tau für den vorhang.

Wird er fallen? Ja,
ich lasse das tau los –
der vorhang fällt
und leute sehen mich,
sehen mich ganz
nackt

meine persönlichkeit ist nackt,
der vorhang gefallen,
mein Vorhang
den ich vor mir gehalten hab
um mich zu schützen
ist gefallen

die Leute sehen wie ich wirklich bin.

Lennart Söncksen
Grau

Das kühle Nass ist Wasser
der graue Regen Traurigkeit

jedes Jahr wird der graue Herbst
Vorbote eines langen Winters

kalt ist er wenn er kommt
mit grauem Wind Verlust

und ich einsam bin

graue Wolken den Himmel trüben
blau vergangen ist – Langweile zieht auf.

Laura-Marie Westendorf
Der Vogel

Langsam gleitet er durch die Lüfte
schwerelos

um ihn herum weit und breit Wolken und Luft
am Freitag

schließt er sich einem Schwarm an
gemeinsam

fliegen die Vögel unermüdlich
ausdauernd

legen sie viele Kilometer unbeschwert zurück
zielstrebig

in Erwartung auf eine wärmere Gegend
gen Süden

S.R.
Wunsch

Ich wünsche mir
eine Reise
bei der ich alles sehe
und erlebe
in einem Land
welches ich
neu entdecken kann
in das ich Abenteuer erlebe
von denen ich immer voller Begeisterung
und Ehrlichkeit erzählen kann

V.B.
Der Sandsturm

Ein Sandsturm verfolgt mich
vom Parkplatz meiner alten Schule
bis nach Hause.

Ich renne
um mein Leben
den weiten Weg nach Hause.

Ich renne
den Turm hinauf
Stufe für Stufe
höher und höher.

Er verfolgt mich
immer noch, immer noch,
dann erreiche ich die letzte Stufe,
und denke,
jetzt bin ich tot.

Da wache ich auf.


C.K.

Der Adler

Seine Flügel schwingen jeden Tag –
Fliegen fällt ihm nicht schwer
sich einfach treiben lassen
mit dem Strom aber ohne Zwang

Er kann sich einfach fallen lassen
ohne gleich hart aufzukommen,
er spannt seine Flügel auf
und wird vom Wind gefangen.

Für mich bedeutet dies Freiheit,
für ihn ist es der Alltag –
er sieht die Welt von oben
und findet seinen Weg.

J.S.
Erinnerungen

Erinnerung,
an das, was war
an das, was glücklich macht,
an das, was nie mehr sein wird.

Erinnerung,
an mein jüngeres Leben.
an mein gutgläubiges Ich.
an meine damalige Familie.

Erinnerungen,
die wichtig sind, doch
zum Vergessen werden
nur unglücklich machen.


Laura C. Beusse

Die Löwin & der Wolf

Morgen
in der Savanne, schon trocken und heiß
im Wald, noch feucht und neblig
Jagdzeit

Sieh, der Löwe
schläft
schläft 20 Stunden am Tag
verschläft seine Lebenszeit
sieh, der Alphawolf
stark
ist stark und mutig und stolz
führt stark unsere Jagd an

Ein Büffelkalb
ein Rehbock
allein?
Zu spät,
die Mutter
läuft davon
mehr Glück beim nächsten Mal

Eine Herde
Zebras
Karibus
schau genau
dieses da!
ist alt
es lahmt

Formatieren…
und laufen!
treiben
von der Herde weg
auf das Rudel zu

springen
und festbeißen
in der Lippe
im Bein
nicht loslassen

Futter
für die Jungen
Kätzchen
Welpen
meiner Schwester
Todesbiss

Nach Hause
der Löwe
kleiner Bruder
und die Jungen

Der Anführer
Löwe
Alphawolf
frisst zuerst
verdient es nicht
schläft ja nur
führt und gut

Fressen
für die Jungen
Milch geben
Fleisch hochwürgen
dann schlafen sie

Sternennacht
über Savanne
und Wald
Abschluss
eines erfolgreichen
Tages

Alena Grislawski
Einsame Wolke

Eine Wolke schwebt einsam über dem Meer

Sie sieht einige Matrosen heim kommen

Sie sieht Kinder am Strand spielen

Sie sieht Freunde im Meer schwimmen

Doch sie schwebt alleine weiter

Eine Wolke schwebt einsam über einem Wald

Sie sieht eine Rehfamilie Futter suchen

Sie sieht Kinder auf Bäume klettern

Sie sieht Wanderer die am Feuer sitzen

Doch sie schwebt einsam weiter

Eine Wolke schwebt über einem Haus

Sie sieht einen Vater nach Hause kommen

Sie sieht eine Mutter ihr Kind füttern

Sie sieht zwei Geschwister im Garten spielen

Doch sie schwebt alleine weiter

Eine Wolke schwebt einsam über einer Wiese

Sie sieht Kühe in einer Herde

Sie sieht Kinder mit einem Ball spielen

Sie sieht einen Heißluftballon aufsteigen

Und schwebt mit ihm in die Ferne