Wenn Menschen gehen

Wenn du weinen willst und nicht weinen kannst,
wenn du sterben willst und nicht sterben kannst,
wenn du schreien willst und nicht schreien kannst,
weißt du, dass du immer noch schreiben kannst.
Ich schreibe alles auf, weil ich sonst nichts verarbeite,
denn dass Menschen sterben, hat sich wieder bewahrheitet.
Sie gehen von uns und kommen auch nicht wieder,
und das ist der Grund für diese traurigen Lieder
Wenn die Wolken da sind, ist der Schauer nicht weit,
doch wenn Menschen gehen, ist es Trauer, die bleibt,
was noch bleibt, ist der Schmuck, ein wenig Gold,
du schaust es lange an und schluchzt, bis die Träne rollt.
Es ist die Zeit nach dem Tod, die dich fertig macht,
du merkst, dass du ohne diese Menschen nur noch Leere hast.
Ein leeres Leben und ein leeres Haupt,
hast an das Überleben noch so sehr geglaubt.
Er ist nicht mehr da, es verstaubt jetzt sein Heim,
denn wenn Menschen gehen, ist es Trauer, die bleibt.

Wenn du weinen willst und nicht weinen kannst,
wenn du sterben willst und nicht sterben kannst,
wenn du schreien willst und nicht schreien kannst,
weißt du, dass du immer noch schreiben kannst.

Menschen kommen und Menschen gehen,
das ist der Lauf des Lebens, kein Grund aufzugeben.
Du musst Abschied nehmen, wenn die Asche in das Wasser fällt,
atme tief durch, damit in dir schnell der Hass zerfällt.
Du stehst da vor dem Sarg und verstummst eine Zeit lang,
die Seele ist jetzt oben, das ist nur der Leichnam,
du hast diesem Menschen deine Trauer jetzt so oft gegeben,
doch alles, was er braucht, ist Gottes Segen.
Man hat so viel Wut in sich und durchbricht eine Mauer, allein,
denn wenn Menschen gehen, ist es Trauer, die bleibt
sie bleibt vielleicht bis zu deinem eigenen Tod,
dann trauern andere und das Weinen geht los.
Das alles ist ein Kreislauf, der kein Ende nimmt,
doch es soll wohl so sein, solang das Ende stimmt.
Du glaubtest von dir oft, du bist groß und stark,
doch dann siehst du es vor Augen, seinen Tod im Schlaf.
Du bist jetzt so schwach, wütend und traurig zugleich,
denn wenn Menschen gehen, ist es Trauer, die bleibt.

Wenn du weinen willst und nicht weinen kannst,
wenn du sterben willst und nicht sterben kannst,
wenn du schreien willst und nicht schreien kannst,
weißt du, dass du immer noch schreiben kannst.

Es tötet einen selbst, wenn Menschen gehen.
Sie sehen den Anfang, die Mitte,
doch wollen nicht das Ende sehen.
So fängt es an, wenn das Kind gerade laufen lern,
und schon im Jugendalter vom Saufen schwärmt.
Dann ist die Zeit schwer, doch das Kind lebt und lacht
hat mit der Zeit dann auch seinen Weg gemacht.
Die Natur ist stark, du kannst dich nicht gegen Wind stemmen,
und schon kannst du dein Kind auch nicht mehr Kind nennen.
Das ist jetzt ein Mensch in der Mitte des Lebens,
und Gott sorgt dafür, ihm die letzten Schritte zu geben.
Das Leben geht vorbei, im Minutentakt,
doch man sollte schätzen, dass es etwas Gutes hat.
Jetzt ist es bald am Ende, das Alter ist erreicht,
doch wenn Menschen gehen, ist es Trauer, die bleibt.
Es passiert wie im Flug, schon wieder ist der Mensch einfach weg,
und was bleibt, ist auf dem Friedhof ein kleiner Fleck.
Sie schließen nicht ab, sie gehen diesen Menschen besuchen
und müssen selbst vor dem Grab noch ein letztes Mal fluchen.
Nach der Zeit wird man hart, man wird rauher und schweigt,
trotzdem, wenn Menschen gehen, ist es Trauer, die bleibt.

 
Wenn du weinen willst und nicht weinen kannst,
wenn du sterben willst und nicht sterben kannst,
wenn du schreien willst und nicht schreien kannst,
weißt du, dass du immer noch schreiben kannst
 
Man sieht dich weinend vor dem Grab draußen stehen,

doch bei alten Menschen ist der Tod stark vorauszusehen.

Es ist gut, wenn man sich schon vorher drauf einstellt,
ihm die letzte Ehre erweist und das auch einhält.
Noch einmal zum Sarg, nur noch einmal zum Grab,
behalte die Tränen in dir und sei stark.
Als eine Freundin damals starb, hab ich auch nicht geweint,
doch, wenn Menschen gehen, ist es Trauer, die bleibt.
Menschen sind für mich auf dieser Welt liebende Lebewesen.
Sie kommen in dein Herz und Liebe einsteht deswegen.
So schwer es auch ist, die Menschen kommen und gehen.
Freude bei Geburt und Trauer, wenn sie von uns gehen.
Es ist so schlimm, alles Schöne ist jetzt schaurig und weit,
denn wenn Menschen gehen, ist es Trauer, die bleibt
 
Wenn du weinen willst und nicht weinen kannst,
wenn du sterben willst und nicht sterben kannst,
wenn du schreien willst und nicht schreien kannst,
weißt du, dass du immer noch schreiben kannst.
 
(Nick Fleming)