Ergebnisse aus den Workshops mit Tom Schulz am 17.6.2011

Thema: Textcollagen

 

Die Gustavblume

Wir holen uns Gustav.
Gustav ist wie ein stilles Meer,
Lust und Leid und Liebesklagen.
Wir finden eine Lösung für die Lust,
Verhütung.
Ob sie Gedanke oder Traum?
Meistens schlucken wir Gustav.
Gustav kommt aus dem Lieblingsbeutel.
Wenn er weg ist.
kommt die Einsamkeit.
Es läuft leise.
 
(Christina K.Christina M.
Marie-Christin und To Tran)
 

 

Wir glauben

Wir glauben
wir finden uns ab, mit Lust und Leid und Liebesklagen
Einsamkeit
andächtig sind wir, so verworren
Gedanken, Träume, Lyrik und Klagen
Wünsche wie die Wolke
Wir glauben, leise doch im Herzensgrund
an Gustav
Es wird schon

 

(Lea, Racine und Regina)

 

Wurst mit Senf?

 

Die Wolken sind wie Lust und Einsamkeit,
und ja,wir glauben,wir finden uns ab.
Obs Gedanken oder Träume es läuft im Radio.
Wer erkennt im lauen Wind, das Kaninchen, und Lyrik,
uns die Köpfe abreißen, und wir finden eine Lösung für
Lust und Leid und Liebesklagen,
denn wir glauben
 
(Lasse, Sebastian, Mauritz,, Lucas)
 



Leider keine Sterne

Wir kaufen Wünsche

Nacht ist fischäugig
es läuft im Radio Einsamkeit.
Wellenschlag im stillen Meer
Wer erkennt das Schiff?
Wir suchen Gedankenträume!

(Katharina, Marius, Daphne, Malin

Die Kaninchen)



Gustavs Nachtblume

So gern die Sterne klagen

Essen wir aus Herzensgrund,
Legen uns Einsamkeit zu und finden
Lieblingsbeschäftigungen für das Kaninchen
Im lauen Wind das Radio läuft
Und ja, wir glauben
Waschmittel, Verhütung und Staubsaugerbeutel
Sind eine Lösung
Doch Wünsche sind Leise wie die Wolken
Über dem stillen Meer
Denn wir glauben an Wurst mit Datum, Unterschrift und Senf
Obs Gedanken oder Träume?-
Schließ ich nun auch Herz und Mund.
Es wird schon
(Wiebke, Luise, Tim und Karl)
Es läuft im Radio
Gesetzesentwürfe kommen so fischäugig,
reißen uns mit Unterschrift die Köpfe ab,
wir finden eine Lösung.
Darum sagen wir andächtig mit Herz, Mund und Polituren:
„Es wird schon“, wir finden uns ab.
Und ja, wir glauben
an Wünsche die Wolken sind
und legen uns schließlich auch Einsamkeit zu.
Wir glauben an Sterne und Wind,
Waschmittel, Verhütung und Lyrik.
Wer erkennt im Herzensgrund,
obs Gedanken oder Träume?
Herzenswellen schlagen, wo Lust und Leid Kreuze machen.
Meistens essen wir auf Schiffen verworren,
wie in stillen Räumen, auf stillem Meer.
Klagen über Wurst und Nacht,
versüßen unser Liebesklagen mit Staub und Senf.
 
(Emily, Anna-Maria, Johanna & Nadja)




Thema: Vierzeiler, ausgehend von einem Vers von Gottfried Benn


Weiß man denn wofür die Glocken läuten

Weiß man denn wofür die Glocken läuten,
wenn jeder anderweitig beschäftig ist?
Die Menschen gehen mit geschlossenen Augen und Ohren durch die Welt,
ohne jegliches Interesse für ihre Mitmenschen und Umgebung.

(Wiebke)


Ja, weiße Blüten sah ich oft und kenn ich

Ja, weiße Blüten sah ich oft und kenn ich,
Ich roch sie – ob Jasmin oder Rose,
Auch sah ich sie häufig liegen auf dunkelgrünem Mose,
Herausstechend. Leuchtend wie ein heller Stern.
 
(Johanna)


Ja weisse Blüten sah ich oft und kenn ich

Denn da schwebe ich oft im Blütenrausch
Find ich Zeit und denk an dich
Mit Rossgespann und Überflausch

(Lucas)


Ich sehe dein Gesicht wie einen Traum

Ich sehe dein Gesicht wie einen Traum,
Ein Traum der niemals endet.
Nie mehr ein Traum, ein Leben ohne dich.
Denn du weißt: Ich liebe dich!
 
(Katharina)


Ich bin nicht innerlich

Ich bin nicht innerlich,
Ich bin nicht äußerlich,
Ich bin nichts einzelnes,
Ich bin eine Mischung aus allem.
 
(Marie-Christine)

 

Ich bin nicht innerlich,
Denn in sich gekehrt,
Verpasst man häufig,
Was die Welt bieten kann!
 
(Lasse)


Und nun ist es vorbei das ganze Leben

Und nun ist es vorbei das ganze Leben
und der Glanz vergeht im Nichts
nur die Seele lebt hinfort
und der Geist am anderem Ort


(Mauritz )

 

Erst schweigen,

dann ist es vorbei das ganze Leben,
es ist zu Ende,
fort, die Blumen fallen leise auf den Sarg.

(Emily)

Hier hast du nun gewohnt in dieser Stadt

Hier hast du nun gewohnt in dieser Stadt,
Vor langer Zeit ohne bekannte Gesichter,
Nun endeckst du alles neu,
ohne zu erkennen.
 
(Malin)

 

In welche Formen wirst du mich verwandeln

In welche Formen wirst du mich verwandeln
unter deiner Liebe, die mich fast erdrückt?
Wie Knete verändere ich mich so oft in alle Richtungen,
so lange, bis du mich nicht mehr erkennst, mich nicht mehr liebst.
 
(Anna-Maria M.)

 

Nun geht der Körper los.

Ich bereite mich vor es knallt
Nun geht der Körper los.
Ich renne, erreiche das Ziel bald
Ich habe gewonnen und fühle mich groß.
 
(Tim)

 

Ein Tag ohne Tränen ist ein Zufall.

Ein Tag ohne Träume ist ein Zufall.
Ich glaube nicht an Zufälle.
Tag für Tag kommt zuverlässig die Traurigkeit
und überrascht mich.
(Regina)

 

Ein Tag ohne Tränen ist ein Zufall,

Denn beim Weinen fließen sie
Und auch beim Gähnen gibt’s ein Tröpflein
Nützlich sind die,
Denn so hat jeder ein nasses Äugelein.
 
(Karl)


Ein dunkler Tag mit schweigenden Hortensien

Ein dunkler Tag mit schweigenden Hortensien,
Trauer und Tod über dem Land.
Bloß fort von hier, blick nicht zurück!
Bis man eines Tages wiederkommt.

(Nadja)

Ein dunkler Tag mit schweigenden Hortensien,
Eine helle Nacht mit lachenden Sonnenblumen,
So bleibe ich, allein, und denke mir
was wär‘, wenn die Welt so lebte

(Sebastian)

Freie Themen


Inventur

Hier ein Eisenbett zum Ausruhen,
Dort ein Holztisch fürs Lernen.
Hier ein großes Bücherregal für lange Regentage,
Dort ein Kleiderschrank fürs Zurechtmachen.
Und noch so vieles mehr!
Ein Ort, an den man sich zurückziehen kann, wenn man allein sein will.

Ein Ort, an dem man sich mit Freunden treffen und lachen kann.
Die Tür kann für jedermann verschlossen sein.
Sie kann Menschen aber auch willkommen heißen.
Und du selbst entscheidest das!
Der Ort gehört dir!
Die gelben Kissen auf dem Bett,
Der alte Laptop auf dem Tisch,
„Harry Potter“ in dem Regal,
und die neue Jeans im Schrank.

L.

 

Liebesgedicht

Bekannt.
Riesengroß.
Bunt.
Multikulti.
Das alles ist sie!
Sie ist schön, wenn nicht sogar wunderschön.
Man kann kaum sagen wo ihr Anfang und wo ihr Ende ist.
Einige wollen sie vermeiden.
Doch die meisten finden Gefallen an ihr.
Sie lieben ihr Durcheinander,
Ihr reges Treiben,
und -nicht zu vergessen- vor allem auch ihr Essen.
So ist sie!
Die Stadt der Liebe!

L.

Zusatzstoffe

Der Beutel an Schnalle,
Um Hüfte
– eng am Körper.
Gefüllt.
Dinge der Nacht,
Der Dunkelheit.

6 Millimeter,
Rund, weich – weiß,
Noch rein und sauber,
Das Fundament des Dunstes. 

(Fabian)