Tom Schulz: Sonstiges

Interview mit Laura- Praktikantin bei Poetry, ehemalige Schülerin am Kippenberg  (Lea, Racine)

(Das Gespräch mit Laura  führten Lea und Racine aus unserem Redaktionsteam am 20.6.2011 in der Aula des Kippenberggymnasiums.)

2011 069.jpgLaura Du bist ja jetzt schon von Anfang an bei Poetry dabei. Hat es in den Jahren eine Entwicklung oder Veränderung aus Sicht der Schüler oder Lyriker gegeben?

In den letzten Jahre bin ich nicht dabei gewesen, ich habe das Lyrikfestival allerdings als Schülerin von Anfang an mitbekommen und bin in diesem Jahr das erste Mal als Praktikantin dabei. Das ist auf jeden Fall völlig anders. Als Schülerin wusste ich überhaupt nichts über die Organisation, wo die Lesungen stattfinden, wer die Lyriker sind etc. Aber gerade das macht es so interessant, direkt in der Festivalleitung zu arbeiten und somit genau mitzubekommen, wie das Ganze überhaupt abläuft und was alles dazu gehört.

Und wie bist du dazu gekommen, bei Poetry mitzuarbeiten?

Schon in der Schule haben mir die Lesungen super gefallen und dadurch war der Grundbaustein für das Interesse gelegt. So wollte ich halt auch in dem Bereich anfangen zu arbeiten, und dass es auch noch in Bremen stattfindet hat es eben noch passender gemacht.

Wie findest du denn, dass auch an den Schulen Lesungen, gerade für Jüngere, angeboten werden?

Dadurch dass es an dieser Schule so gut angenommen wird und eine solche Vielfalt an Autoren und Texten besteht, ist für jeden etwas dabei, und insofern finde ich das eine ziemlich tolle Gelegenheit für Schüler, einen Einblick in die Lyrik zubekommen.

Vielen Dank Laura!

Poetry on the Road zu Gast bei Shakespeares ( Lisa, Whitney)

Poetry on the Road- ein unvergessliches Erlebnis! Über 30 internationale Autorinnen und Autoren, darunter auch Tom Schulz, den wir bereits am Donnerstag in einer Lesung und Freitag als Dozent für kreatives Schreiben erleben konnten, waren vom 15. – 22. Juni 2011 zu Gast in Bremen bei der 12. Auflage des Literaturfestivals, das die volle Bandbreite der Lyrik aus aller Welt bereit hielt.
Nach dem Eröffnungsabend am Freitag im Schauspielhaus, fand die zweite große Veranstaltung Samstagabend mit einer beeindruckenden Vielfalt der Poesie und außergewöhnlichen lyrischen Beiträgen in der Shakespeare Company statt.
 
Peter Lüchinger, der Hausherr der Shakespeare Company, eröffnete den Abend, indem er William Shakespeare zitierte und übergab dann das Wort an Michael Augustin. Der Kodirektor von Poetry on the Road und Radio Bremen Redakteur führte durch den Abend und fand treffende Worte, um die auftretenden Autoren dem Publikum vorzustellen.

Der erste Autor war der „große Kleinkünstler“ Franz Hohler. Er veröffentlichte bereits zahlreiche Bücher, im vergangenen Jahr:„Das Kurze. Das Einfache. Das Kindliche.“, ein Gedankenbuch. Der Schweizer Schriftsteller, Kabarettist und Liedermacher unterhielt das Publikum vor allem durch seine humorvolle Art. „Es war einmal ein Igel“, ein Buch mit Kinderversen, ist sein neustes Werk. Daraus las er einige Verse, wie ,, Die Kreide und der Schwamm“ oder ,,Der Briefkasten“. Damit das Publikum auch etwas lerne, so Hohler, las er seine Fabel „Der Presslufthammer und das Ei“ vor. Mit viel Applaus und freudigem Gelächter wurde Franz Hohler von den Gästen der Shakespeare Company verabschiedet. Seine lockere und witzige Art sorgte für einen gelungenen Auftakt.

Nächste im Programm war Pia Tafdrup, Lyrikerin aus Dänemark, besonders im englischen Sprachraum sehr bekannt. Sie brachte sehr schöne Gedichte aus ihrem Lyrikband,, Der Vogelkompass“ mit. Ihr erstes Gedicht las sie auf Dänisch. Trotz der für das Publikum unbekannten Sprache vermittelte sie hervorragend die Stimmung des Gedichts. Danach las sie noch einige  Gedichte auf Deutsch mit Titeln wie ,, Der erste Buchstabe“ oder „Die Hand meiner Mutter“.

Als weiterer Gast war Dirk von Petersdorff eingeladen, der nicht nur Germanist, Essayist und Prosaautor ist, sondern auch ein begnadeter Lyriker. Er las aus seinem neusten Gedichtband „Nimm den langen Weg nach Haus“. Das Schöne an seiner Lesung war, dass Dirk von Petersdorff das Gedicht zunächst erläuterte, bevor er zu lesen begann. Das Publikum konnte sich somit die Situation genau vorstellen und sich besser auf die Gedichte einlassen. Zudem fiel auf, dass Dirk von Petersdorf den Titel des jeweiligen Werkes in das Gedicht direkt mit einbindet.

Mit einer der Höhepunkte des Abends war der Auftritt von Martina Hefter, die zur Präsentation ihrer Gedichte tanzte. Dieses Zusammenspiel von Bewegung und Lyrik verlieh dem vorgelesenen Gedicht Lebendigkeit und machte ihren Auftritt zu einem einmaligen Erlebnis. Ihr Stücke stammten aus ihrem Band ,, Nach den Diskotheken „.

Die aus Israel stammende Autorin Anat Pick ließ dem Publikum viel Raum für Interpretation. Ihre Präsentation bestand aus phonetischen Verbindungen östlicher und westlicher Sprache und ließ die Grenze zwischen Musik und Sprache verschwimmen. Hatte man in einem Moment das Gefühl, sie führe einen Monolog, dachte man im nächsten, sie rede mit jemandem. Laute und leise Passagen, schnelle und langsame Rhythmen wechselten sich ab. Anat Picks Auftritt zeigte, wie man, unabhängig vom Text, allein über die Stimme mit anderen kommunizieren kann.

Danach las der Österreicher Robert Schindel einige unveröffentlichte Gedichte, wie „Scharlachnatter“ oder „Unter den Kastanien.“

Der Schotte Danny O’Rourke, sechster Lyriker des Abends, sang einige seiner Gedichte, während im Hintergrund die deutsche Übersetzung zu lesen war und bezog sich auf die Einführung durch Michael Augustin, als er sagte:„Michael describes me as a singer, but the songs sing us.“. Seine Gedichte waren sehr persönliche Geschichten, die den Zuhörer mitfühlen ließen.

Zum Ende des Abends trat Peter Wessel aus Dänemark, in Spanien lebend, zusammen mit den Musikern Salvador Vidal und Mark Solborg auf. Er trug seine mehrsprachigen Gedichte vor, die er „Polyfonías“ nennt und die sich aus spanischen, englischen, französischen und dänischen Fragmenten zusammensetzen. Unterlegt mit Klarinetten-, Gitarren-, und Synthesizerklängen trug Peter Wessel unter anderem ein Gedicht vor, dass der Toten einer Zugexplosion in Madrid vor sieben Jahren gedenken soll, sowie ein Gedicht, das er den Frauen gewidmet hat.

Mit diesem musikalisch lyrischen Beitrag fand der Abend in der Shakespeare Company nach drei Stunden voller Poesie einen gelungen Abschluss!

(Lisa Urlbauer, Whitney Omafodezi)