Andrea Grill: Workshop

Workshop mit Andrea Grill am 25.1. 2011

IMG_6495.jpgKaum haben Projektleiterin Ursel Bäumer und Andrea Grill den ersten Kurs vom Schulzentrum an der Kurt-Schumacher-Allee begrüßt, fangen die Schüler/innen schon an, neugierige Fragen an die Autorin zu stellen: Wie sie zum Schreiben gekommen sei, wie viel aus ihrem eigenen Lebenslauf in ihre Romane einfließe und was die Gründe dafür seien, gerade so ein skurriles Buch wie das preisgekrönte „Das Schöne und das Notwendige“ zu schreiben?

.

Nach diesem anfänglichen Spontan-Interview (Antworten auf diese Fragen findet ihr in unserem Interview mit Andrea Grill), leitet die sympathische Autorin mit drei ausgewählten  Textbeispielen auf den eigentlichen Kern des Literaturworkshops hin. Mit dem Gedicht „Was brauchst du“ von der Hauptpreisträgerin des Bremer Literatur Preises Friederike Mayröcker und dem Anfang des Romans: „Ich bin ein Freund der Realität“ von dem österreichischen Schriftsteller Hanno Millesi, beeindruckt sie die Schüler/innen (nach anfänglicher Verwirrung über den ungewöhnlichen Schreibstil) und fordert sie auf, sich durch die Texte zu eigenem Schreiben inspirieren zu lassen. Außerdem liest sie noch einen Ausschnitt aus ihrer Abiturklausur von 1993 vor. (Damals war ich kaum älter als ihr!) Thema:„Es ist kaum auszuhalten, nicht bemerkt zu werden“. Ein für sie aus heutiger Perspektive nicht wirklich herausragender Text. Jede/r fange eben mal klein an, so Andrea Grill.

IMG_6499.jpgIn der nächsten halben Stunde haben die Schüler/innen nun die Möglichkeit, ihre Ideen zu den beiden Themen (Was brauchst du / Ich bin ein Freund der Realität) in völlig frei gewählter Schreibform – sei es als Gedicht, Prosa- oder Theaterstück  – zu Papier zu bringen. Wer will, kann auch über ein anderes, frei gewähltes Thema schreiben. Nach teils schreibwütig bis zur letzten Sekunde ausgenutzter Schreibphase, werden die Ergebnisse unterschiedlichster Art präsentiert. Die begeisterte Autorin gibt den Vortragenden ergänzende Tipps zu Inhalt und Form und stellt sich immer wieder den an ihrer Person und ihrem Lebenslauf orientierten Fragen der interessierten Schüler/innen. Gegen Ende mündet die lebhafte Textbesprechung sogar in eine philosophische Diskussion über Schicksal und Zufall.

Sowohl der lockere und lebhafte Ablauf, als auch die tollen schriftlichen Ergebnisse (lest selber nach!), sind Resultat der von Andrea Grill getragenen Workshopatmosphäre, in der genug Raum für eigene Assoziationen entstand und die Teilnehmenden sich als Schreibende ernst genommen fühlten. IMG_6523.jpgAuch die zweite Schülergruppe der KSA startet mit einer kleinen Fragerunde. Andrea Grill erzählt, dass die kleinen Dinge des Lebens sie zum Schreiben inspirieren und dass sie schon im Jugendalter damit begann, Texte zu verfassen, um besser über ein Thema nachdenken zu können.

Auf die Frage, warum sie noch kein Mitglied bei „Facebook“ sei, reagiert sie mit Lachen und erklärt, dass dies in Planung sei. Bereits im Vorfeld haben sich die Schüler/innen auf unserer Website und im Internet gut informiert und sogar einen kleinen Gruß auf Andrea Grills Webseite hinterlassen.

Die Aufgabenstellung ist die Gleiche wie beim ersten Workshop, das Ergebnis ebenfalls eine bunte Mischung aus verschiedensten Texten: Vom Essay über das Leben und wie schnell es durch die Hand eines anderen beendet werden kann, über Liebesgedichte bis hin zu einer mit viel Fachkenntnis verfassten Geschichte über ein American Football- Spiel. Mit einigen hilfreichen Tipps ( Welche Bedeutung haben Zeit und Perspektive für meine Geschichte? Wie kann ich Gemütszustände zeigen, ohne nur zu behaupten etc.) wird den Schreiber/innen die Möglichkeit gegeben, Zuhause noch etwas an ihren Texten zu feilen. Eine interessierte Gruppe und eine engagierte Andrea Grill ließen den Workshop mit einigen abschließenden Fragen zu Ende gehen.

 

(Lisa Urlbauer, Whitney Omafodezi, Jan Göbel)

 

Hier noch einmal alle Fotos zum Vergrößern:

{gallery}veranstaltungen/25_01_2011_workshops_andrea_grill{/gallery}

 

 

 Workshopergebnisse