Ergebnisse aus den Workshops mit Nino Haratischwili am 29.10. 2010

Schlafen, aufstehen, fegen, fegen
gehe durch Straßen
Blicke
neue Menschen
schlafen, aufstehen, fegen, fegen
fühle Sehnsucht
tief in mir
kann sie nicht stillen
kann nicht verstehen
schlafen, aufstehen…
Bleib nicht sitzen auf einem Stuhl
wechsle, wechsle immerzu
schlafen, aufstehen, wechseln, wechseln
kein Stuhl der Richtige
nur Sehnsucht
Sehnsucht, tief in mir
schlafen, aufstehen, Sehnsucht, Sehnsucht, kein Stillen, nur erneutes Sehnen bis in den Tod schlafen, aufstehen??
Tod,Tod.
 
(Leila)

 

Fernweh

Sechs Uhr morgens, der Wecker klingelt. Ein ganz normaler Wochentag im Leben von Tim Schulz. „Jetzt aber schnell“, denkt er, befreit sich von der dicken Daunenbettdecke und springt auf. Schnell geht er zum Kleiderschrank, zieht seine schwarze Jeans an und streift sich seinen Lieblingspulli über.

Während er sich den Schlaf aus den Augen reibt, schwankt er ins Badezimmer. Bevor er mit seinem morgendlichen Programm beginnt, wirft er einen Blick aus dem Fenster, an welchem der Frost noch deutlich zu erkennen ist. Seit Wochen sieht er das Gleiche. Der alte Autohof mit dem verrosteten Karren und daneben der kleine Supermarkt. Seit Wochen liegt hier der Schnee, alles scheint leblos zu sein. Die vielen Vögel, Katzen und Hunde, die er morgens beobachten kann, sind nun seit Wochen verschollen. „Ich sollte aufhören mir dieses Bild tagtäglich anzuschauen!“ Zähne putzen, Haare kämmen, Gesicht waschen. Keine Zeit mehr zum Essen. Zu viel Zeit damit verschwendet, herauszuschauen. Schnell noch das Deutschbuch in die Tasche geworfen und auf geht’s. Glatteis. Am Rand der Gehwege die zusammengefegten Schneehaufen. „5 Minuten, 5 Minuten!“. Tim betritt die warme Schule. Gelbe Wände, braune Schließfächer, hektische Lehrer, kreischende Mädchen, grelles Licht; ja, so lässt sich die Schule wohl am besten beschreiben. Bunte Bilder, Blumen, Sonnenlicht von draußen. Nein, das alles nimmt er nicht wahr. Zielstrebig steuert er auf seine Jungs zu. Fabian, Kai und Roman. Das sind die einzigen, mit denen er etwas zu tun haben will. Früher war das anders. „Da war ich ein glücklicher Mensch.“, denkt er sich immer wieder, wenn er zu seinen Jungs trottet.

Die Mädchen, mit denen er viel unternommen hatte, sind in seinen Augen nur noch die „nervigen, kreischenden Mädchen, die absolut keine Rücksicht auf das Gehör anderer nehmen“, schimpft er. Gemeinsam gehen sie zu Raum 215, 2. Stock, durch die gelbe Glastür, nächster Gang links, vierter Raum. Frau Sauer betritt den Raum. Eine fröhliche, junge, motivierte, „übermotivierte Lehrerin“, flüstert er Roman zu. Geschichte, Deutsch, Mathe, Mathe, Religion, Geologie, Sport, Sport. Nach dem langweiligen Schultag macht er sich auf den Heimweg. Die Schneemenge hat sich mittlerweile beinahe verdoppelt. Wie immer nimmt er den Besen, geht vor die Tür und schippt die neuen Schneemengen vom Gehweg. „Gesetz und so…“. Der Tee zieht, die Schuhe trocknen, der Computer läuft warm und die Heizung läuft. Fernweh. Tim träumt sich in andere Welten. „Was wäre wenn…“, beginnt er, als er es sich in seinem Lieblingssessel bequem gemacht hat. Australien, Finnland, Griechenland, Neuseeland, Marokko, England, Amerika. Alles, alles, nur nicht hier. Wenigstens ein paar  Tage. Drei, vier, fünf, sechs, sieben, das würde reichen. „Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Wochen, Monate oder Jahre? Ich weiß es nicht!“. Tim seufzt. Keine ruhige Minute hat er mehr. Der Gedanke verfolgt ihn immer und überall. Hausaufgaben, Zimmer aufräumen, erneut der Besen, Essen. Dann geht er zu Bett. „Schlafen, schlafen, schlafen. Bitte!“, denkt er, doch daraus wird auch diesmal nichts. Zu sehr verfolgen ihn seine Gedanken: Fernweh. England, Amerika. Fernweh. Sonne, Schnee, Meer, Wald. Fernweh. Sechs Uhr morgens, der Wecker klingelt.

(Asya)

Fernweh
Als ich aufwachte, regnete es in Strömen. Das Licht war noch an, der Boden bedeckt mit Klamotten, und meine Pompons schimmerten aus der Zimmerecke. Mein Kopf tat unglaublich weh und ich konnte mich nur schwach an gestern erinnern. Mein Wecker zeigte mir, dass ich viel zu spät dran war, und trotzdem stand ich nur langsam auf. Um mich drehte sich alles. Ich hätte gestern nicht so viel trinken sollen, auf der Party, die so toll anfing und in einer Katastrophe endete. DIE Kostümparty auf die alle das ganze Jahr gewartet hatten. Und alle werden sich an mich erinnern. Alle außer ich selbst. Mein Kopf war völlig leer.
Schon jetzt wusste ich, dass heute ein schrecklicher Tag sein würde. Ich wollte nicht raus. Ich wollte mich unter meiner Decke verstecken. Doch ich musste. Ich zog mir meine Stiefel an und die dickste Jacke, die an der Garderobe hing. Draußen stürmte es und mein Regenschirm ging nach 20 Sekunden kaputt. Ich lief also, ohne Regenschirm und somit nach ungefähr 5 Sekunden völlig durchnässt, zur Schule. Zähneklappernd kam ich dort an und meine beste Freundin erwartete mich schon. Völlig aufgelöst kam sie auf mich zu. Ich nahm sie in den Arm und brachte sie nach draußen. Im Bus erzählte sie mir alles. Und ich war geschockt! Anscheinend hatten wir auf der Party einen Striptease hingelegt, und daraufhin hatte ihr Freund mit ihr Schluss gemacht. Wir verbrachten den ganzen Tag in meiner Wohnung und sahen uns einen Film nach dem anderen an. Doch das half auch nicht. Als meine Freundin ungefähr zehn Packungen Taschentücher aufgebraucht hatte, sprang ich auf. So konnte es doch nicht weitergehen, wir hatten unbedingt Ablenkung nötig! Kurz entschlossen packten wir unsere Koffer und fuhren zum Flughafen. Dort angekommen, suchten wir den Flug, der am weitesten nach Süden ging. In unserem Fall war es Dubai. Dort, wo keiner uns kannte, weit weg von all den Sorgen, die wir hier hatten. Und das Wichtigste: Dorthin wo es NICHT jeden Tag regnete. Im Flugzeug überkam mich dieses wunderbare Gefühl von Freiheit. Erschöpft und doch zufrieden flogen wir der Sonne entgegen. Raus aus dem Alltag und rein in unseren, wie ich fand, verdienten und dringend nötigen Urlaub.

 

(Asma)

 

Sehnsucht nach dir
Kalt, dunkel, Schnee, es schneit.
Jede fallende Schneeflocke erinnert mich an dich,
jede gefallene Schneeflocke ruft vergangene Erinnerungen wach.
Wie ich diese Zeit vermisse, wie ich dich vermisse…
Hier stehe ich, allein, hilflos, ohne Zukunft, traurig.
Ich vermisse die Tage, als wir zusammen vor dem Kamin saßen
und das rot leuchtende, beruhigende Feuer seinen warmen Mantel um uns legte,
während der Geruch deiner selbst gemachten Schokolade, sich im ganzen Hause verteilte.
Ich vermisse die Tage, als wir die unbeschreiblich schönen Herbstblätter zusammenfegten,
und uns dann in den Blätterhaufen hineinwarfen, sie in die Luft schmissen und beim Fallen beobachteten.
Hier stehe ich, die Vergangenheit zieht an mir vorbei,
spielt sich wie ein Film, immer wieder und wieder vor meinen Augen ab.
Aber …
Das warme Feuer spüre ich nicht mehr.
Die selbst gemachte Schokolade rieche ich nicht mehr.
Die wunderschönen Herbstblätter sehe ich nicht mehr.
Kalt, dunkel, Schnee, es schneit.
Stehe hier,allein,
hilflos, ohne Zukunft,

traurig.
(Betül)

Fernweh

Ich wollte weg. Ich musste einmal raus aus dem grauen Alltag. Alles war so vertraut hier: mein Weg zur Arbeit, mein Weg zum nächsten Supermarkt, der zum Sportverein, der zur Bushaltestelle. Ich konnte das alles nicht mehr, ich wollte neue Luft schnuppern. Am liebsten irgendwohin, wo alles ganz anders war. Also buchte ich, ganz spontan, eine Reise nach Kreta. Da sehr wenig in meinem Leben bisher spontan und abwechslungsreich gewesen war, fand ich, es war genau das Richtige.

Am nächsten Tag ging es los. Ich hatte gerade entspannt im Flugzeug Platz genommen, als ein junges Mädchen hektisch durch den Gang kam und sich neben meinem Sitz fallen ließ. Dabei versperrte sie mir die Sicht, mit zwei glitzernden Pompons. Bevor ich mich beschweren konnte, war sie schon aufgesprungen und verstaute die Pompons im Gepäckfach.

….

(Elisa)

Fernweh

Der Wecker reißt mich heraus, aus meinen Träumen. Ich stehe auf. Gehe unter die Dusche, stelle sie auf warm, doch spüre ich nur eisiges Wasser. Draußen umweht mich der kalte Wind Eine graue Wand aus Beton. Ein dunkler Himmel, ein trübes Firmament. Dunkelheit umschließt mich. Der Hass auf dieses monotone Leben wächst. Ich fühle mich nutzlos, sowie ein paar Pompons auf der Beerdigung meiner Träume. Ich möchte raus aus diesem Leben, von grauen Männern beherrscht. Ich möchte weg, dem Alltag entfliehen. Die Jacke bis oben geschlossen, kalter Regen hämmert auf mich ein. Ich sehe mein Spiegelbild in dreckigen Pfützen. Ich schließe meine Augen. In Gedanken spreize ich meine Flügel und gleite über Wälder und Dünen in Richtung Sonnenuntergang. Fast hätte ich vergessen, in die Bahn einzusteigen. Ich blicke aus dem Fenster, nur beschlagene Scheiben – so verschwommen, wie meine Zukunftsvisionen. Ich steige aus, sehe fade Fassaden, karge Gebäude und noch viel kahlere Bäume. Ein tiefes melancholisches Gefühl kommt auf. Ich möchte weg, einfach fort…

(Julien)



Dialog zu zweit: Freaks

 

Bevar schrieb (14.11)
Hey Hannes, schon zuhause?
Hannes schrieb (14.12)
Hey Bevar, ja endlich…
Meine Playstation hat mich echt vermisst.
Bevar schrieb (14.12)
Und wie geht’s dir?
Hannes schrieb (14. 13)
Suppi, meine Ma kommt erst heute Abend nach Hause. Kann ich in Ruhe zocken 😛
Bevar schrieb (14.15)
Oooh Hannes ! Du bist so ein Suchti! Seit du deine PS3 hast, sehe ich dich nicht mehr draußen. Lass uns mal wieder Fußball spielen, weil lange ist es schon her, …
ach ja seit du deine scheiß PS3 hast !!! :@
Hannes schrieb (14.17)
Ja und xD
Lass mich doch, mir macht das halt Spaß. Fifa 11 geht so ab 😀
Ich muss das ausnutzen, wenn meine Ma länger arbeitet. 
Bevar schrieb (14.18)
Oooooh Hannes, Mann !
Nix anderes im Kopf oder was … ?
Lass uns mal treffen und Fußball spielen. Es ist draußen schön warm und die Sonne scheint, perfektes Fußballwetter.
Hannes schrieb (14.20)
Keine Lust jetzt kicken zu gehen, hab heute Abend auch Training…
Yeah Mann Madden 11 Demo ist fertig 😀
Bevar schrieb (14.22)
Ja wahrscheinlich hast du virtuell in dem Spiel Fifa 11 Training.
Und was ist Madden 11?
Mann Hannes, du bist so ein Freak geworden!!!
Hannes schrieb (14.23)
Nein Mann !! Echtes Fußball Training, bisschen Real Life hab ich auch noch. Und Madden ist American Football, heftig geil 😀
Bevar schrieb (14.24)
Dann lass uns morgen zum Schwimmen treffen!?!?
Hannes schrieb (14.25)
Lass mich mal in Ruhe, ich spiele Madden. Gerade Halbzeit. Die Cheerleader sind richtig sexy, so richtig geile… Pompons 😀
Bevar schrieb (14.27)
Ja Hannes, dann lass ich dich alleine mit deiner Konsole!
Ich geh jetzt Fußball spielen.
Haudi!!
Bevar ist offline (14.28)
(Bevar/Hannes)

 

 

Dialog zu zweit zum Thema Freaks

 

Klaus fährt Kyra mit seinem Tretroller um

Kyra: Mann, kannst du nicht aufpassen! Meine Fingernägel hätten abbrechen können.
Klaus(stotternd): Tut mit Leid.
Kyra( findet ihn süß): Das macht doch nichts, ich habe wohl ein bisschen überreagiert.
Klaus(stotternd): Ich bin auf dem Weg zum Labor.
Kyra: Das ist ja interessant . Ich wollte gerade zu meinem…
Klaus entdeckt Pompons in ihrem Rucksack.
Klaus(stotternd): Cheerleadertraining nicht wahr?
Kyra: Ja richtig, woher weißt du das?
Klaus(stotternd): Ich habe deine Pompons gesehen.
Kyra: Ach so. Ich heiße übrigens Kyra.
Klaus(stotternd): Ich bin Klaus.
Kyra: Darf ich dich mit ins Labor begleiten?
Klaus(nicht stotternd): Das wäre schön.
Sie gingen ins Labor und verbrachten einen schönen Tag, auf den noch viele weitere folgen sollten.
(Christine und Larissa)

Smergol und Golom

Smergol und sein großer Bruder Golom waren auf dem Weg zum alljährlichen Cheerleader Turnier, da sagte

Smergol: „Ich habe meine Pompons verloren.“
Golom: „Dann werde ich dir helfen, sie zu finden.“
Smergol: „Okay, aber finde ihn schnell, meinen Schatz.“
Golom: „Ja, aber wo soll ich anfangen zu suchen?“
Smergol: „Am besten fängst du in der Damenumkleide an, und ich suche derweil auf der Toilette.“
Eine halbe Stunde später trafen sie sich zum Zwischenbericht.
Smergol: „Und, Golom, hast du ihn gefunden, meinen Schatz?“
Golom: „Ja, und jetzt nimm, was dir gehört.“
Smergol: „Jaaaaaa! Du hast ihn gefunden, meinen Schatz.“
Und zehn Minuten später gewannen die beiden das Cheerleader Turnier.

Kurzgeschichte:Freaks/Pompons

Die Menge kreischte, ich sah wie die Leute aufsprangen und sich in die Arme fielen. Ich sah die Spieler unserer Basketballmannschaft mit hängenden Köpfen die Halle verlassen. Noch nie hatten sie so schlecht gespielt wie heute. Mir war das alles ziemlich egal, ich wollte aus diesem lächerlichen Pandabärkostüm raus, in dem ich nun schon seit zwei Stunden steckte. Auf dem Weg in die Umkleide sah ich gerade noch, wie die Cheerleader der Nickelton-High ihre Pompons durch die Luft warfen und sich tierisch feierten. „Das war’s dann wohl mit der Meisterschaft.“ sagte Couch Milton zu unserer Schulleitung, als ich an ihnen vorbeihuschte. In der Umkleide saßen 18 tieftraurige Spieler. Ich zog mein Pandagewand aus und sah, dass ich nasser war, als alle Spieler zusammen. Ich hasste dieses dämliche Kostüm, ich hasste es jedes Spiel am Rand zu stehen und so zu tun, als wäre das alles, was ich will. Ich hasste die Cheerleader und ich hasste Basketball. Dieser dämliche Pandabär! Mit seiner roten Mütze und den gelben Shorts sah er wie ein Winnie Pooh für Arme aus. Ich ging duschen, die Spieler waren schon alle fort. Endlich konnte ich mein Grinsen zeigen. Nach dem Duschen ging ich heim, endlich zuhause! Endlich an meinem PC. Endlich online. Hier fühlte ich mich wohl. Ich schmiss den Bären in den Schrank, holte mein kaltes Essen aus der Küche und setzte mich auf meinen Stuhl vor den PC. Ich sprach bis dahin mit keinem, nicht mit den Lehrern, nicht mit Schülern, nicht mit meiner Mutter. Sie sollten mich in Ruhe lassen, alle! Ich wollte nicht wissen, wie es ihnen geht, sie mussten auch nicht wissen, wie es mir geht! Ich war froh. Endlich Ferien. Das hieß, ich konnte lange am PC bleiben, lange, bis spät in die Nacht. Keine Schule, die mich störte, keine Leute, die auf mich zeigten und lachten, nur ich alleine in meinem Zimmer. Online hatte ich Menschen, die mich verstanden, die genau das Gleiche machten. Online war ich alleine, aber mit Leuten, die auch alleine sein wollten.

(Lisa)

Deep Depression

Er wachte auf, zog sich an und ging ungewaschen zur Arbeit. Auf dem Weg dorthin rannte er. Der Geruch nach Alkohol aus seinem Mund war noch fünf Meter hinter ihm deutlich zu riechen. In einer Seitengasse der Großstadt brach er plötzlich erschöpft zusammen. Nachdem er sich seines Mageninhalts entledigt hatte, ging es ihm deutlich besser. Dann, in der Dienststelle, zog er seinen Kittel an und staunte, weil er an diesem Tag von keinem Kollegen begrüßt wurde. Später kam dann doch einer seiner Kollegen zu ihm, um ihm zu sagen, dass er heute eine Extraschicht übernehmen müsse. Er schüttelte nur ungläubig den Kopf und ging wütend in die Kantine, dort nahm er erstmal einen großen Schluck. Seine kleine Flasche in der Innenseite der Uniform war noch nie jemandem aufgefallen. Während des Essens dachte er wieder einmal über den Sinn seines Lebens nach. Er war 56 Jahre, verwitwet, keine Angehörigen und alkoholabhängig. Alle seine Kollegen schienen glücklich zu sein und mit beiden Beinen im Leben zu stehen, nur er hatte seine geliebte Frau verloren. Vor zwei Jahren war sie von einem Junkie ausgeraubt und vergewaltigt worden. Anschließend hatte der Täter sie mit ihrer eigenen Bluse erstickt. Seit diesem Tag konnte er nicht mehr richtig schlafen und jeden Tag dachte er darüber nach, was er hätte besser machen können. Doch heute konnte er das alles einfach nicht mehr länger ertragen. Er rannte aus der Kantine und zog sich schnell an. Dann fuhr er mit dem Bus zu einer Autobahnbrücke. Auf der Brücke sprang er über die Absperrung und setzte seinem Leben ein Ende. In seiner Wohnung fand man weder einen Abschiedsbrief noch einen Hinweis für den Grund seines Selbstmords. Die Wohnung war aufgeräumt und sauber. Nur der Ehering lag zusammen mit einem Foto seiner Frau auf dem Boden.

(Tobias)


Der Schläger

Mit sehr viel Stolz kommt Mark von der Schule nach Hause. Er hat mal wieder einen Jungen aus der sechsten Klasse zusammengeschlagen. Als seine Mutter ihn fragt, wie die Schule gewesen sei, antwortet er ganz lässig: „Alles gechillt, Mum.“ Daraufhin sagt die Mutter: „Rede vernünftig mit mir, schließlich bin ich deine Mutter und außerdem ist mir zu Ohren gekommen, dass du mal wieder einen aus der Sechsten geschlagen hast. So geht das nicht weiter, noch einmal, und du siehst, was ich mache.“Doch Mark ist völlig egal, was seine Mutter ihm sagt. Am nächsten Tag in der Schule schlägt er schon wieder zu. Seine Mutter meldet ihn zur Strafe beim Cheerleading an. Als er das hört, ist er zuerst völlig entsetzt, aber trotzdem gezwungen, dahin zu gehen. Die Schüler aus seiner Schule erfahren das und lachen ihn aus. Von nun an hat keiner mehr Angst vor ihm und das gefällt ihm überhaupt nicht. Doch mit seinem ersten Auftritt begeistert er alle seine Mitschüler. Seine rosa Pompons fliegen nur noch so durch die Gegend. Alle bewundern ihn, er findet neue Freunde und schlägt nie mehr zu.

(Sandra/Sevim)