Andrea Grill – Porträt

grill_andrea_300x226_big.jpgAndrea Grill ist der Name der 1975 geborenen Förderpreisträgerin des Bremer Literaturpreises 2011. Im Hinblick auf den bisherigen Lebensweg der Autorin scheint es nicht verwunderlich, dass die Themen ihrer Werke ein weites Spektrum bieten. Sie studierte unter anderem Biologie, Linguistik, Spanisch, Italienisch und promovierte an der Universität Amsterdam über die Evolution endemischer Schmetterlinge Sardiniens, veröffentlichte in Zeitungen und Zeitschriften,z.B. „Die Furche“, „Lichtungen“ und „Literatur und Kritik“, übersetzte aus dem Albanischen, lebte in Griechenland, Albanien, den Niederlanden, der Schweiz, Sardinien und New York. Derzeitig wohnt die aus Bad Ischl stammende Förderpreisträgerin in Wien.

2005 erschien Grills Debüt „Der gelbe Onkel. Ein Familienalbum“. Jede Familie hat ihre eigenen Gesetze, ihre eigene Zeit und besonderen Orte.“Es wäre das beste“, so heißt es in dem Roman, „wenn Kinder auf Bäumen wüchsen. Sie würden im Herbst herabfallen wie reife Birnen und niemand müsste sich für sie verantwortlich fühlen“.

2007 legte sie ihren zweiten Roman „Zweischritt“ nach. Die Erzählstimme gehört hier einem Ich mit Namen Hans Lokomotiv, das sich rasch als ein weibliches zu erkennen gibt. Grill reiht Geschichten, Erlebnisse, Träume, Alltags- und Stimmungsbilder aneinander, die sich zu einem Lebensbild kristallisieren, voller zeittypischer Unsicherheitsfaktoren und mit Wiederaufnahme einiger Fakten aus dem Familienalbum. Überhaupt scheint zwischen allen Romanen eine Art Verbindung zu bestehen. „Alle meine Bücher haben miteinander zu tun. Die Figuren von früher tauchen wieder auf“, so Grill in einem Interview mit den Salzburger Nachrichten  vom 11.9.2008.

Ihr dritter Roman „Tränenlachen“, 2008 veröffentlicht, setzt sich thematisch mit der schwierigen Beziehungen einer jungen Österreicherin und dem Albaner Galip auseinander. Das Paar hat hierbei nicht nur mit den aufeinanderprallenden unterschiedlichen Kulturen zu kämpfen, sondern auch mit der Tatsache, dass sie einander emotional näher sind, wenn sie sich physisch eben doch nicht nah sind.

(Nadia de Vries)