Ergebnisse aus den Workshops mit Björn Kuhligk am 4. 6. 2010

Thema: Gedichte, montiert aus den Überschriften einer Berliner Boulevardzeitung

23°, sehr sonnig, Grillwetter heute

Was steuert denn da auf uns zu?
Airboss im Anflug!!!
Flugzeug-Notlandung, Auto Explosion
Blutiger Leichtsinn.

Der nächste Crash kommt bestimmt…

(mst)

 

Merkel und der Wulff

Der Kandidatenkrimi um das Höchste Amt
Kofferversteigerung
Was steuert da auf uns zu?
Er liebt Bananensaft und hört Phil Collins
Der Kur und Wellnessreisen-Spezialist
 
Blutiger Leichtsinn
Gewinn des Tages

Der Kandidatenkrimi um das höchste Amt

(fpr)

 

Im Blitzlicht

Blutiger Leichtsinn
Gewinn des Tages
Erzbischof erstochen
Kranz niedergelegt
Vertrag endet mit Tod

(Marcel)


Airboss im Anflug,

der dunkle Blick,
Merkel und der Wulff,
Er liebt Bananensaft und hört Phil Collins,
was steuert da auf uns zu?
 
Hoher Besuch,
Rooney kommt mit Kissen,
Jogis Jungs mit Schal und Handschuhen zur WM,
Grillverbot zur WM,
Eddie, warum?
Mann kann nicht anders.
Was steuert da auf uns zu?
 
Spaßverderber,
Betrug am Rad,
das sprechende Senioren Handy,
Till Schweiger holt alles aus sich raus,
Kevin mit Geschrei zuhaus,
was steuert da auf uns zu?
 
Wir sehen uns in 520 Tagen!
 
(Phillip K.)
 

was steuert da auf uns zu?
die merkel und der wulff
er liebt bananensaft und hört phil collins
ein spaßverderbe
genau wie bernhard brink völlig ausgebrannt
selbst die umweltschützer klagen
alle fragen sich eddie warum
ein rätsel
wir sehen uns in 520 tagen
annahme verweigert

 

(Marian v. H.)

 

Das Grillverbot zur WM

Doch was sagen Merkel und der Wulff
Es ist ein Kandidaten- Krimi
Er ist genau wie Bernhard Brink,
völlig abgebrannt und im Anflug aufs höchste Amt
 
(lku)


Thema: Gedichte aus der Perspektive eines Patienten, der im Krankenhausbett liegt und den Tod erwartet.


Die Krankenhaus- Weißheit


Ich liege auf einem weißen Bett
Und starre auf eine weiße Decke.
Eine weiße Schwester kommt herein und sagt:
Ich wechsle nun Ihren Verband, er ist schon ganz Rot von Blut.
Und sie legt mir einen weißen Verband an.
Bald werde ich von den weißen Wolken
In einem weißen Gewand
Auf den Schnee herabsehen.

(Clarissa K.)

 

 

Die weißen, unendlich langen Wände,
im Labyrinth von Krankenhaus,
nehmen vor lauter Trauer und Schmerz,
ein tragisches Ende
auf fallenden Händen.

 

(Sarah)

 

Stille. Das Quietschen der Schuhe.
Weiße Wände, Besucherstuhl.
Die Nachricht pulsiert,
durchdringt ihn ganz:
der Tod hat ihn ganz
in seiner Hand.


(Alexandra S.)

 

Trügerisch und blind,
lebend, ungreifbar.
Schüchtern.
Das lässt nach.
Gibst Macht.
Bist abhängig,
eine Droge.
Das war’s.
Du kämpfst.
Hilft nicht.
Weinend, dunkel,
kalter Schmerz,
in der Brust, wird eng, sticht,
Tränen brennen,
grauer Boden unter Knien,
kraftlos.
Vorbei, denkt sie.
Lächelt verweint.

( Tamar M.)

 

Sonnentag, weiße Decke
Der goldene Schein durchs Fenster
Die warme Brise, diese laue Luft
Und zuletzt des Todes Hauch.

Zeit egal, vielleicht unendlich
Die Uhr tickt für immer und nicht
Süßes Gift in den Adern
Die schweren Lider halb geschlossen.

Irgendwann, bestimmt auch nie
Den blauen Himmel wieder sehn
Als Ersatz die weiße Decke
Klamm und kalt, niemals schön.

Heißer Tag, dunkle Schwere
Tiefer, tiefer sinken
Vielleicht einmal den Grund betreten
Wehmütig nach oben sehen.

(A.)

 

 

Die Krankenschwester betritt das Zimmer,
das weiße Zimmer, das Zimmer der Angst,
wo Patienten an Schläuchen,
über dem Abgrund des Todes baumeln.
Die Familie betritt das Zimmer,
das Zimmer des Glaubens, eine Chance auf Erlösung
doch spürt sie die Hoffnungslosigkeit
die Schläuche, sie werden nicht ewig halten.

 

(Lukas Luft)

 

Klares Licht und leuchtende Farben
verblasst und in leeres Weiß verflossen.
Zu Staub verfiel die Zeit,
verwelkt waren die Lilien an seinem Bett,
nichts ist geblieben.
Flüchtige Erinnerungen,
die verloren gegangene Zeit
hat er vor Augen.
Ein letzter Hauch des Lebens
schwindet mit der Abenddämmerung

 

(Viktoria)

 

Das sterbende Kind
Ein Herz, so kümmerlich und krank.
Ein Körper, so zierlich und schwach.
Ein Lächeln, so groß und stark.
Ein Augenblick, ein Atemzug, eine Erinnerung.
Okay
Sie lächelt. Es ist okay.
Sie schließt die Augen. Es ist vorbei.
(Annika M.)
Gehalten von Schläuchen und dem Glauben,
Fallen gelassen von Hoffnungslosigkeit und Angst,
In die Leere der weißen Wände.

 

(Jan O.)

 

Unruhig erwacht nach langem Schlaf.

Die Unruhe geblieben, nahe dem Grabe.
Allein erwacht in tristem Raum.
Grell scheint das künstliche Licht.
Die Fenster verhangen.
Stille Stunden liegt er da, alleingelassen in seiner Unruhe,
unbemerkt, ohne jedes Wort.
Entkräftet, zu schwach, den Kopf zu drehen.
Die Glieder zu schwer, um sich zu regen.
Lediglich die verstörten Augen zeugen von seiner Furcht.
Was war geschehen?
Unruhig erwacht nach kurzem Schlaf.
Die Unruhe ist geblieben, ebenso die Einsamkeit.
Tage sind vergangen, Minuten verstrichen.
Allein gefangen im tristen düsteren Raum.
Was war geschehen? Die Welt schweigt ihn weiter an.
Krankenschwestern, Ärzte, besorgte Blicke.
Worte geformt auf tonlosen Lippen.
Wo ist das Leben wie er es kannte?
Momente der Freude eine erfüllte Nacht.
Doch gibt es keine Besucher – weder Freunde noch Familie.
Alle sind ihm fern, alleingelassen in der Unruhe der Nacht.
Unruhig erwacht nach kurzem Schlaf.
Die Unruhe, sein steter, einziger Freund.
Entlassen in eine fremde Welt – verlassen von allen Lieben.
Er wurde in ein neues Leben geboren,
doch hat er alles, was er je geliebt,
auf ewig durch eigene Schuld verloren.
Die Wahrheit schlägt ihm hart ins Gesicht.
Als er liest den Tod verheißenden Bericht.
Weiß sogleich was tatsächlich in jener Nacht geschah.
Die Realität scheint fern, die Einsamkeit ist furchtbar nah.
Wie viel wurde ihm nicht schon genommen.
Wieso war nicht er anstelle seiner Freundin umgekommen?
Tiefe Trauer kommt nach dem ersten Schock,
unerfüllbare Leere, wo einst die Fülle der Nähe.
Wie viel härter wirkt der Schlag auf eine vermeintlich geheilte Wunde?
Wie viel tiefer geht der pulsierende Schmerz, der Erkenntnisstunde?
Die Eltern wurden ihm in jüngster Kindheit genommen.
Auf dieselbe tragische Weise, waren auch sie einst ums Leben gekommen.
Lange hatte er sie schmerzlich vermisst, getrauert und gelitten.
Wiederkehrende Bilder, eingebrannt als ewige Erinnerung.
Wieso hat er nicht auf die mahnenden Stimmen gehört?
Sein zerbrochener Körper ist nichts gegen seine zerborstene Seele.
Nichts bleibt, wie es war. Jede Strafe ist zu mild, um seine Schuld zu begleichen.
Was kann tilgen, was er sich nicht vergibt?
Wieso ist er gefahren, obwohl er nicht mehr durfte noch konnte?
All das bleibende Leid, das von ihm ausgeht.
Verzweiflung und Selbsthass. Selbsthass und Verzweiflung.
Verloren in der Zeit, ohne jeden Sinn,
in der unendlichen Spirale der Schuld.

 

(Michael B.)

 

Voller Verzweiflung und Angst,
es ist trist und schwarz,
trotz weißer Wände,
das Ende naht.
Trauer und Tod vereinen sich,
die Augen fallen zu,
das Licht verblasst.

(Nieura S.)

 

Da lag ich nun mit meinem Leid,
kurz vor dem Ende meiner Zeit.

 

(Marina M.)

 

Ein Mensch, ein Kranker, einsam, allein,
der Tod ist ihm nahe.
Sehnt sich nach Liebe, empfindet nur Schmerzen.
So wollte er nie enden,
als Kranker, einsam, allein.

(Alexandra)

 

 

Ich liege im Bett
Ärzte und Krankenschwestern
Wimmeln umher.
Schläuche, Medikamente und Gerüche
Sind überall.
Angst kommt auf.
(Nathalie W.)

  

Tropf
Die Weiten des Grauens
Leid, Angst, Traurigkeit
weiß wie die Decke
Sehnsucht, Erlösung

 

(S. R.)

 

Glaube

Die Leere im weißen Raum
Ein Kommen und Gehen der Verabschiedungen
Warten bis die Qual vorüber ist und die Erlösung kommt
Gefesselt ans Bett, ohne jeden Ausweg
Doch Hoffnung besteht
Vertraue im Glauben

(Sarah W.)

 

 

Ich wache auf…
Schläuche
weiße Betten
beißender, unerträglicher Gestank
in mir, unglaubliche Leere.
Der Glaube an ein Leben, mein Leben…
vorbei, verschenkt.
Gefühle
Angst
Traurigkeit
Leid
Vorbei, abgestumpft, Gefühlslosigkeit
Mein Körper schreit nach Erlösung,
ich habe nicht mehr viel Zeit,
der Tod ist nicht mehr weit.

 

(Nike Mica K. )

 

Weiße Leere
Überall nur Schmerz und Angst
Hoffnungslosigkeit und Leid
Nur die Sehnsucht nach der Erlösung erhält den Glauben aufrecht
Hier in der weißen Leere

 

(NP)

 



Thema: Liebesgedichte, aus der Perspektive des Verlassenen


Liebe ist…

Du kannst mir glauben, Gefühle kommen und sie verschwinden.
Deswegen darfst du Liebe auch nicht suchen, sondern finden.

Du musst hoffen, dass sie kommt und dich umhüllt wie ein Schleier.
Und dann kommt auch der Kuss und du fühlst dich freíer.
Du musst hoffen, dass sie kommt, da bleibt und nie alt wird
Dann weißt du, dass dein Leben warm bleibt und nie kalt wird.
Du musst hoffen, dass sie kommt, sie ist bei dir und gibt dir Kraft.
Du genießt, dass sie da ist und hast dazu noch mehr Macht.
Du musst hoffen, dass sie kommt, sie bricht nicht entzwei.
Es ist schön mit ihr ein Leben lang, doch ein Leben geht vorbei.

Liebe kommt und Liebe droht zu gehen
Trotzdem wird sie in deinem Leben immer oben stehen.

Liebe ist wie Glück, sie kommt nie, wenn du es möchtest.
Und wenn sie bleibt, gibt es in deinem Leben nichts Schlechtes.
Liebe ist wie Licht, sie kommt dann, wenn du aufwachst.
Und wie im Winter Sonne, geht sie schnell, wenn du nicht auf sie aufpasst.
Liebe ist wie Sand, es gibt sie viel, doch nicht überall.
Sie kann schön sein oder dir alles nehmen, wie ein Überfall.
Liebe ist wie Blüten, sie kommt zwar, doch nicht immer.
Wenn sie erst da ist und dann geht, wird’s für dich immer schlimmer.
Liebe kann weit weg sein, doch vielleicht auch nebenan.
Sie kann kurz schön sein oder auch ein Leben lang.
Liebe ist wie Wasser, sie sickert durch, auch wenn’s niemand will.
Wenn du es nicht tropfen lässt, wird’s für dich wieder still.

Liebe ist in deinem Herz und kommt auch nicht mehr raus.
Sie ist fest in dir drin, sie ist so tief drinnen verstaut.
Sie bleibt da, bis es vorbei ist, vielleicht noch länger, als du denkst.
Dann aber nur, wenn du wie ein Soldat um sie kämpfst.
Es kann hart sein, wie sonst nie, aber auch schön, wie man kaum glaubt.
Entweder du weinst oder hast ein Kribbeln in deinem Bauch.
Für uns alle ist Liebe eigentlich das Schönste auf der Welt.
Du kannst sie haben, ohne zu zahlen, so ganz ohne Geld.

(Nick F.)



Besitzansprüche
 
Dein wunderschöner Busen,
als du begannst, die Tür ein letztes Mal zu schließen.
Dein Lächeln war verflogen.
Die Wahrheit, gelogen.
Dein Duft wich aus meiner Nase,
als ich in Schuldgefühlen bade.
Es ist alles meine Schuld,
du hattest so eine Geduld.
Niemals werde ich dich vergessen.
Ich konnte mich niemals mit dir messen.
Taub erblicke ich die Welt,
Wie sie mir nicht mehr gefällt.
Alles alt, alles zerstört seit du,
Mir nicht mehr gehörst.
 
(Mario V.)

 
Er sitzt auf einem Hügel,
Sie sitzt neben ihm,
Ein schöner Sommertag,
fast so schön wie sie.
Doch all das existiert nur
in seiner Phantasie.
 
(Tom K.)

 

Sie saß auf dem Bett
das Handy aufem Schoß

ein Piepsen hinter sich
Zeit war vergangen
eine Freude sollte es sein
doch jetzt – alles vorbei
Rosenblätter aufem Bett
Essen aufem Tisch
doch jetzt – nichts
so viel tiefer, tiefer
das Bett hielt sie
es war alles zu Ende
Sie war am Ende!
 
(Sarah)
 
 
Liebe
 
Liebe, was ist Liebe
Liebe ist ein Gefühl, was man nicht beschreiben kann.
Liebe hat Verläufe
Liebe ist Schmerz den man fühlen kann.
Liebe hat keine Regeln und Formen
Liebe ist Liebe und verändert den Menschen.
Liebe ist eine Gefahr, die unvorhersehbar zu schein scheint.
Liebe ist ein anderes Wort für deprimierend.
Liebe ist, das Ende einer Liebe.
Liebe ist, das Gefühl eines Verlassenen.
Liebe ist, …
 
(Max W.)
 
Es geschah vor ungefähr fünf Jahren.
Ich sah dich von der Ferne und fühlte nichts.
Erst als du mir in die Augen schautest,
merkte ich: Ich liebe dich!
Und was ist dann geschehen?
Du hast mich verlassen.
Doch vergesse nie,
ich werde dich immer lieben,
ob du unten oder oben bist…
 
(Valentina K. )
 
 
So geht er dahin
Ohne ein weiteres Wort
Ohne ihn hat das Leben keinen Sinn
Ohne ihn an diesem Ort
Mit tränennassem Gesicht
Wie soll es nun weiter gehen
Tränen verschleiern meine Sicht
Ich kann nichts mehr sehen
Ich kann und will nicht mehr
Es soll zu Ende sein
Ich fühl mich leer
Denn er ist nicht mehr mein
So gehe ich dahin
Ohne ein weiteres Wort
 
(Alina R.)