Die Weisin (Tamar M.)

Geboren und geschrien.
Nasse Tränen geweint.
Verängstigt gesehen.
Geblinzelt zuerst.
Gesehen und gefragt,
geflüstert fromm und schüchtern.
Gelernt und geglaubt,
gehofft ganz naiv.
Gewachsen und gespielt,
die Rolle des Weisen.
Das Dunkle nicht gesehen,
genickt aus schierer Wut.
Schlau und stumm,
begierig nach mehr.
Sehnsucht im Worte,
das Wort fällt schwer.
Grauer Regen der Frage,
ungestellt und wirr.
Nebel hüllt den Raum,
das Mädchen, es wirkt karg.
Der Traum, er schreit und ächzt.
Das Wasser rinnt Tal und Berg
die Wange der Weisin hinab.
Naiv, nein, nein, karg nunmehr.

(Tamar M.)