Yadé Kara: Lesung

 

IMG_5238.jpgWährend der Freimarkt bunt blinkt und Werder gegen Wien spielt, sitzt im Wallsaal der Stadtbibliothek Bremen ein bunt gemischtes Publikum und erwartet die Lesung von Yadé Kara.Es ist eine Veranstaltung im Rahmen der Globale- Festival für grenzüberschreitende Literatur. Yadé Kara ist sicherlich eine Autorin, die sowohl mit ihrer Biografie, als auch mit dem, was sie schreibt, Grenzen überschritten hat und immer noch überschreitet. Bis zu ihrem sechsten Lebensjahr lebte sie in der Türkei, dann viele Jahre in Westberlin, bevor es sie nach London, Istanbul und Hongkong zog.

 

In ihrem zweiten Roman „Cafe Cyprus“, aus dem sie uns an diesem Abend vorliest, geht es um das Leben eines türkischen Berliner Jugendlichen, der nach London geht und dort auf das multikulturelle Großstadtleben trifft. Es ist Hasan, den Leser des ersten Romans von Yadé Kara: „Selam Berlin“, bereits kennen. Damals spielte sich das Geschehen in Westberlin zur Zeit des Mauerfalls ab. Im zweiten Roman zieht es Hasan nach London, wo er offiziell einen Sprachkurs besucht, sich aber mit verschiedenen Jobs über Wasser hält und in das Leben einer von unterschiedlichsten Nationen bunt durchmischten Großstadt eintaucht.

„London ist uns ungefähr 10 bis 15 Jahre voraus!“, erklärt Yadé Kara nach der Lesung und erzählt von einem London, wo beinahe jeder einen anderen Akzent hat. Die englische Sprache sei durch die verschiedenen Akzente der Menschen aus aller Welt, die in London in Nachbarschaft leben, reich, bunt und witzig.

Auch Karas Sprachstil ist „reich, bunt und witzig“. Wenn sie liest, spricht sie bisweilen mit türkischem Akzent im Deutschen, mit pakistanischem Akzent im Englischen… es macht Spaß ihrem lebendigen Vortrag zuzuhören. Und man bekommt Lust auf mehr von ihrem Roman, der aus Hasans Perspektive das bunte Leben in London beschreibt. (siehe Buchvorstellung)

Da erfahren wir durch Hasan alles über die wirklich richtige Art, wie man einen echten Berliner Döner-Kebab zubereitet und kurz darauf erleben wir mit, dass die Schottenrock tragenden Engländer zwar den Döner kaufen, ihn aber vollkommen falsch essen, einfach in die Mitte reinbeißen geht eben nicht….!

 

Lesung am 22.10.2009 im Wallsaal der Zentralbibliothek Bremen

(Marika G.)