Yadé Kara: Workshop

Workshop mit Yadé Kara am 23.10.2009: Orte der Zukunft

IMG_5249.jpgWo wollen wir in der Zukunft leben? An was für Orten würden wir uns wohlfühlen? Was wäre das für ein Gemisch in der Nachbarschaft? Mit diesen Fragen setzten sich zwei Deutschkurse vom SZ Rübekamp am Freitagvormittag auseinander. In den Workshops mit Yadé Kara ging es um Orte der Zukunft, sowie um Vorstellungen, Wünsche und Gefühle, die mit diesen Orten verbunden sind.

IMG_5259.jpgEs begann mit einer Vorstellungsrunde. Jeder erzählte, wo er gerne leben würde! Viele schienen zufrieden in Bremen. Aber einige äußerten auch Träume vom Wegziehen in ausländische Großstädte – Paris, New York -, an ruhige Plätze auf dem Lande oder gar auf ein Schiff. Nachdem jeder sich also bereits Gedanken gemacht hatte, wo er sich wohlfühlte oder an was für einem Ort er in der Zukunft leben wolle, gab Kara die Aufgabe.

IMG_5280.jpgJeder solle sich einen Ort vorstellen, an dem er leben möchte und in einer kurzen Geschichte, die Atmosphäre dieses Ortes einfangen und den Lesern den Ort nahe bringen: Was will oder braucht man, um an diesem Ort glücklich und zufrieden zu sein? Wie ist die Atmosphäre, wie das Gemisch der Nachbarschaft?

Innerhalb einer halben Stunde verfassten die Schüler, die teilweise auch bei der Lesung am Vorabend gewesen waren und dort Anregungen in Karas Roman finden konnten, Texte. Anschließend wurden einige vorgelesen.

In den Texten wurde von wunderschönen Landschaften, vom Leben in Griechenland, der Ankunft in Neuseeland, einer Autofahrt in der Umgebung Bremens und vieles mehr berichtet. Anschließend wurden sie gemeinsam„literaturkritisch“ besprochen.

Die Atmosphäre lässt sich, so stellte man fest, sehr gut durch beschreibende Adjektive einfangen, indem man alles Sinne anspricht oder auch indem man den Originalton (ein Spanier spricht echtes Spanisch im Text) einführt. Kara gab anschließend Ratschläge an die jungen „Autoren“. Lässt man beispielsweise in einen Text andere Sprachen einfließen, so wird er authentischer. Oder man schreibt in Sequenzen, gibt der Erzählung einen Rahmen, in dem man Zeitworte einbaut oder genau einen Weg beschreibt, den die Person zurücklegt. Diese Art des Schreibens ist beinahe filmisch, erklärte die Autorin, da im Kopf des Lesers Bilder entstehen, denen er folgt.

IMG_5279.jpgAuch kann man Gegensätze und Vergleiche ziehen, um die Atmosphäre des Ortes besser zu schildern. Vergleicht man beispielsweise den neuen Ort in Neuseeland mit einem Ort in Deutschland, so entsteht gleich wieder eine andere Atmosphäre. In eine Kurzgeschichte sollte man unerwartete Wendungen, einen Höhepunkt oder etwas Überraschendes einbauen. Hier ist es gut, wenn man direkt in das Geschehen einsteigt.

Schreibt man aber die Einleitung zu einem Roman oder einem Kapitel kann man zum Beispiel den inneren Prozess einer Person in einem inneren Monolog beschreiben. Das geht ebenso auch in Tagebucheinträgen..

All diese verschiedenen Arten, Atmosphäre einzufangen und Orte zu beschreiben, hatten die Schüler in den vorgelesenen Texten benutzt.

Yadé Kara war begeistert. Lachend meinte sie, vielleicht würden einige noch entdeckt und berühmt werden. Und, wer weiß, möglicherweise saßen ja kommende Nobelpreisträger zwischen uns bei diesem Workshop im Wallsaal in Bremen. J

Die Texte, die in den Workshops entstanden sind, könnt ihr auf unserer Website lesen. Es lohnt sich sicherlich.

Außerdem lohnt es sich, genau über Orte der Zukunft nach zu denken. Wir Jugendlichen haben die Chance, Orte zu gestalten und zu schaffen, an denen wir uns wohl fühlen. Diese Chance, sich in der Nachbarschaft einzusetzen, um etwas zu bewegen oder seinen Traum zu verfolgen und an einen neuen Ort zu ziehen, sei es eine Großstadt oder eine einsame Hütte auf einem Berg, sollten wir wohl alle nutzen und ergreifen!

(Marika Gonther)

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