Ergebnisse aus den Workshops mit Wilfried N´Sondé am 19.6. 2009

Die Welt, meine Liebe

Weg. Ich will weg. Neues sehen, Neues hören, Neues riechen. Menschen sehen und kennenlernen, entdecken. Neues Essen probieren, neue Geschmäcker erforschen, Kulturen sehen, hören, berühren. Hände schütteln, umarmen, tanzen. Musik hören, machen. Ich will meine sieben Sachen packen. Ich packe meinen Koffer. Ich packe ein, eine Kamera. Eine Kamera und eine Zahnbürste. Eine Kamera, eine Zahnbürste und ein paar T-Shirts. Mehr nicht.Alles, was ich brauche, kaufe ich dort. Alles, was ich will, werde ich woanders finden. Nur ich, mein Rucksack und der Rest der Welt. Ein Bus, ein Zug, eine Straße. Mein Daumen zeigt nach oben und wartet auf ein Auto. Und wenn keins kommt, egal, beim Gehen sehe ich noch mehr. Weg und irgendwann wiederkommen, um dort Neues zu entdecken, wo ich herkam, um niemals aufzuhören, Sachen zu sehen, die ich nicht kenne, von denen ich nichts wusste, über die ich denke und die mich verändern. Ich entdecke die Welt und dabei mich selbst.

(Fabian)

Innerliches Ich


Kälte. Angst. Einsamkeit.
Hitze. Sand. Wüste.
Ein Ort, wo niemand ist. Niemand.
Ich schaue nach links. Niemand da, weit und breit nur Sand. Tonnen davon. Ich schaue nach rechts. Da steht es, mein innerliches Ich.
Wir drehen uns zueinander und ich lächele ihm zu. Wenigstens einen, den ich kenne. Ich fühle Erleichterung und Freude.
Doch es ist nicht wieder zu erkennen. Ich sehe die Tränen, die über die Wangen rollen und dann mit zunehmender Geschwindigkeit auf den Boden fallen und sich langsam mit dem Sand verschmelzen.
Ich schaue ihm tief in die Augen und sehe Schmerz, Hass, Wut und Trauer. Der Wind zieht langsam durch meine Haare, durch meine Nase. Streicht über mein Gesicht. Ich öffne meinen Mund, atme tief ein und schließe die Augen, in der Hoffnung, meine innerliches Ich würde nach dem Öffnen nicht mehr da sein.
Sie sind jetzt offen. Es ist noch da.
Aber ich erkenne mich nicht in ihm. Bin das wirklich ich? Ich frage es, um sicher zu gehen: Bist du Ich? Keine Antwort, nur Stille.
Es ist wahr. Das bin ich, und ich hab es nicht bemerkt. Ich bin mir über die Jahre selbst fremd geworden. Dieser Schmerz in den Augen, diese Wut….ich fange an, sie zu spüren. Ich sinke zu Boden, schließe die Augen, öffne den Mund und liege da, mitten in der Wüste mit Schweißperlen auf meiner Stirn.
Ich schaue nach links, niemand da, weit und breit nur Sand. Tonnen davon. Ich schaue nach rechts, niemand da.
Ich habe Einklang mit meinem innerlichen Ich gefunden.

(Tracy H.)

 

 

Es war tiefste Nacht….

Es war tiefste Nacht, als ich von dem Geräusch des Regens geweckt wurde. Schwere Tropfen prasselten gegen mein Fenster und der Geruch von nasser Erde erfüllte mein Zimmer. Ich blieb noch eine Weile bewegungslos liegen und starrte in die Dunkelheit; versuchte mich an meinen Traum zu erinnern. Doch je mehr ich es versuchte, desto verschwommener wurde die Erinnerung. Es war ein schöner Traum gewesen, soviel wusste ich noch; er hatte ein warmes Gefühl in mir zurückgelassen. Ich hielt dieses Gefühl noch für einige Zeit fest; zuviel Angst hatte ich vor der Leere, die ohne es in mir zurückbleiben würde. Als es draußen bereits heller wurde, streckte ich mich vorsichtig und stand langsam auf. Ich zog die Vorhänge zurück und schloss das Fenster. Der Regen hatte aufgehört und die Sonne ging bereits auf, vereinzelt hörte ich Vögel zwitschern. Wie jeden Morgen fühlte ich mich leer und ausgelaugt. Doch während ich am Fenster stand und den Sonnenaufgang betrachtete, spürte ich, wie sich in mir ein ungewohnter Schmerz ausbreitete. Ich schluckte, etwas schnürte mir die Kehle zu. Plötzlich wusste ich, wovon mein Traum gehandelt haben musste. Ich hatte von Ihm geträumt. Eine Flut von Erinnerungen zog an meinem inneren Auge vorbei, jedes Bild versetzte meinem Herzen einen Stich. Eine Träne tropfte von meiner Wange auf meine Hand, glitzerte im Sonnenlicht. Überrascht betrachtete ich sie. Ich hatte seit jenem Tag kein einziges Mal geweint. Die innere Fassade, die ich in der letzten Zeit aufgebaut hatte, begann zu bröckeln und der Schmerz, den ich so lange erfolgreich in mir begraben hatte, brach nun unaufhaltsam hervor; traf mich vollkommen unvorbereitet. Ich krümmte mich über dem Fensterbrett zusammen; weitere Tränen strömten über mein Gesicht. Nach einiger Zeit, als die Sonne schon hoch am Himmel stand, ließen die Tränen nach und versiegten schließlich ganz. Langsam blickte ich auf und schaute eine Weile aus dem Fenster; fühlte mich seltsam erleichtert. Ich wusste, dass es an der Zeit war, mich endgültig zu verabschieden; wusste, dass ich nun bereit dazu war. Noch an diesem Morgen würde ich Blumen kaufen und zum ersten Mal Sein Grab besuchen.

(Juliane)



Das zweite Gesicht

Denke ich an Liebe, denke ich an Schmerz.
Denke ich an Liebe, denke ich an Trauer.
Denke ich an Liebe, denke ich an Hass.
Schmerz, weil sie die Kraft besitzt, mein Herz zu brechen.
Trauer, weil sie die Macht besitzt, mir Geliebtes zu entreißen.
Hass, weil sie den Mut besitzt, nicht zu tun, was ich von ihr verlange.
Fühle ich Liebe, fühle ich auch Angst.
Fühle ich Liebe, fühle ich auch Verlust.
Fühle ich Liebe, fühle ich auch Enttäuschung.
Angst, weil sie nicht nur gibt.
Verlust, weil sie nicht ewig hält.
Enttäuschung, weil sie nicht immer schön ist.
(Nadia)



 



Irgendwo fremd

Allein geh ich durch die Straßen, keine Katze, kein streunender Hund, einfach nichts.
Wo sind sie hingegangen, seit wann sind sie fort?
Und warum bin ich noch hier?
Der Himmel schwarz, ein versunkenes Meer.
Der Mond, versteckt hinter dunklen Schatten.
Wo sind die Sterne geblieben, meine Wegweiser? Warum kann ich sie nicht sehen?
Ich gehe weiter, fort aus der finsteren Gasse.
Ich träume von Zuhause, von einem warmen Ort der Emotionen.
Wo ist dieser Ort geblieben?
Warum ist er verschwunden?
Meine Schritte werden schneller, lauter, impulsiver.
Mein Atem schnell, ein Reh auf der Flucht.
Wo ist die Ruhe, die Zufriedenheit und das Glück?
Wer hat sie mir genommen? War ich es selbst?
Geräusche, leise, unheimlich und erschreckend.
Geräusche, die die Stille durchbrechen, wie der Nagel das Brett.
Woher kommen sie? Warum hält sie niemand von mir fern?
Eine Baustelle versperrt mir die Flucht.
Eine Baustelle, die so alltäglich ist, dass sie mir Angst einjagt.
Wo sind die Baustellen in meinem Leben? Baue ich sie mir allein?
Der Geruch erreicht mich, ein Geruch, den ich nicht kenne.
Der Geruch, der mir sagt, hier gehöre ich nicht her.
Woher kommt er?
Warum habe ich ihn vorher nie wahrgenommen? Und warum jetzt?
Ich höre Musik, Musik, die mich anregt, mich zu bewegen.
Ich höre Melodien, Melodien, die ein anderes Leben beschreiben.
Wer spielt sie? Wer schreibt sie und wen wollen sie erreichen? Mich?
Meine Gefühle sind eingeengt und doch so frei.
Meine Angst weicht Neugierde.
Stimmen sprechen mit mir, langsam beginnen sie.
Diese Stimmen werden lauter und flüstern mir leise ins Ohr:
Wer bist du? Woher kommst du? Was willst du hier?
Und meine einzige Antwort ist: Ich fühle mich fremd.
(Anna K.)



Fremd in der Welt

Wie ist es, fremd zu sein?
Fremd in einer Stadt,
fremd in einer Umgebung,
fremd unter Menschen,
fremd in seinem eigenen Leben, verloren in einer Welt,
die man nicht kennt,
oder glaubt, sie nicht zu kennen,
weil man sie nicht kennen will?
Will man dazu gehören?
Will man lieber fremd sein?
In SEINER Stadt, in SEINER Umgebung,
unter SEINEN Freunden, in SEINER Welt,
in SEINER Fantasie!
Ist man selbst diesen Dingen fremd?
Ich bin allein.
(Anke)


Die Wahl

Und da stehst du, und dann siehst du,
dass das Leben an dir vorbeiläuft,
und alle anders sind.
Du realisierst die Unterschiede
und fragst dich:
Ist der Rest der Welt denn blind?
Denn was du dich seit Tag 1 fragst
ist, was den Menschen dazu brachte,
dass er vergaß,
moralische Werte am Leben zu lassen
so dass du nun merkst, jetzt ist alles schwarz.
Denn das, was die Medien suggerieren,
bringt die Tugenden zum Krepieren
und muss manuell abgeschafft werden
wie Giftstoffe aus kaputten Nieren.
Denn in Utopia steht nach der Sozietätsanalyse,
die Gesellschaftsdialyse und die Reinigung.
Doch da der Mensch es ohnehin nicht alleine schafft,
bleibt am Ende nur die angedrohte
von Gott gebrachte Reinigung.
Und der Druck wächst.
Und letztendlich wirst du vergesslich und checkst,
dass das Leben ohne Werte leichter ist.
Denn aus Verantwortung, der du eh nicht
gerecht wirst, folgen Selbstzweifel und am Ende die Trauer.
Also lautet die Kernfrage:
Scheitern oder gar nicht erst am Spiel teilnehmen?
Denn was nutzt es dir,
für Werte anderer alles zu geben,
und im Endeffekt zu realisieren,
dass sich der weise Mann und der Idiot,
teilen den gleichen Garten Eden.
(Malich)


Irgendwie kenne ich dich

Ich begegne dir hier und da.
An verschiedenen Orten und Plätzen,
nehme ich dich wahr.
Du tust, was du tust,
doch wie du es tust, scheint dir klar.
Immer sicher und entspannt, ohne Frust.
ob Einkauf oder Schokoladeneis, stets mit Genuss.
Es scheint jedes Mal, als überholst du den Wind,
auf deinem Fahrrad,
eilst geschwind,
dein Ziel zu erreichen….
Schon fest eingeprägt in meinem Kopf, dein regelmäßiger Stop
beim gleichen Bäcker, immer wieder.
Mit den gleichen Brötchen, immer wieder
Ich begegne dir hier und da.
An verschiedenen Orten und Plätzen
Doch wer du bist, ist mir unklar
Wer du sein kannst, nehme ich wahr.
Bist du mir fremd?
Nein, dazu bist du mir schon viel zu nah.
(Manuela P.)



Liebeserklärung an Gegensätze

Ich glaube, mich zu erinnern, dass ich sie in der Linie 4 traf, Richtung Borgfeld. Es muss wohl kurz vor dem Fockemuseum gewesen sein, denn ein paar Stationen später stieg ich aus. Sie trat nur kurz in mein Leben und hinterließ doch so tiefe Spuren.
Sie mag Mitte 70 gewesen sein, evtl. ein bisschen älter. Ich habe sie noch genau in Erinnerung: schütteres, graues Haar zu einem festen Knoten nach hinten gebunden. Eine graue Stoffhose von einem grünen Mantel verdeckt.
„Hallo“ sagte sie. „Hallo“ antwortete ich. „Mensch, schön mal wieder einen jungen Menschen hier zu treffen, ich plaudere ja so gerne. Wo kommen Sie denn her?“ „Ich komme gerade aus der Stadt“, entgegnete ich schmunzelnd. „Ach ja, nee das meine ich ja nicht. Ich meinte, wo Sie wirklich herkommen…“ „ Ich bin hier in Deutschland geboren, Düsseldorf. Mit sechs bin ich mit  meinen Eltern nach Bremen gezogen.“ „Ach, schön. Ja, das ist jetzt lustig, aber mal ehrlich:Wo kommen Sie denn nun ursprünglich her?“ Sie lächelte mich geduldig an. „Mein Papa ist Ghanaer“, sagte ich, weil ich natürlich wusste, was sie hören wollte. „Ja ja, genau das meine ich. Schön, dann sind Sie ja Afrikanerin. Und sprechen doch so toll Deutsch!“ 
Wenige Sekunden später stieg ich lächelnd aus.
Diese kleine Anekdote soll zeigen, was mich angeregt hat, über die Liebe nachzudenken. Über die Liebe zu meinem Land, zu meinen beiden Ländern. Obwohl ich mich deutsch fühle, hier geboren und aufgewachsen bin, wirke ich für viele Menschen, einen großen Teil des Landes, nicht „vollwertig deutsch“. Auch in Ghana gelte ich nur als die, die mal aus Deutschland zu Besuch kommt.
Aber obwohl ich weder als vollwertige Ghanaerin, noch als vollwertige Deutsche anerkannt werde, ist eines zu beiden Ländern gleich: Meine Liebe.
Die Liebe zur so genannten deutschen Pünktlichkeit, auf die ich so viel Wert lege oder auch zur deutschen Ordnung. Ich liebe Deutschland mit seinen viele Facetten und Möglichkeiten, die es mir bietet, für die Sicherheit, die es mir gibt und für die ich jeden Tag aufs Neue dankbar bin. Aber auch, wenn gerade dies in Afrika Mangelware ist, so liebe ich Afrika trotzdem. Für seine offene und freundliche Art, seine allabendlichen Feste oder auch nur für seine Sonnenuntergänge, die ich so gerne vom Balkon meiner Oma beobachtet habe.
(J.I.)



Die fremde Welt

Die fremde Welt,
man trifft sie immer wieder.
Sieht, wie sie mit einem welkt
und doch erscheint sie bieder.
Hier und dort was Neues,
neues Fremdes.
Hier und dort neue Leute,
die einen nett, die anderen nicht,
einige riechen fette Beute,
andere sehen ein helles Licht.
Dem einen bringt es Freude,
dem anderen das bittere Ende.
Doch am Ende haben alle Freude
Denn sie gelangen auf ein fremdes Gelände
(Tristan)



Mein vertrautes Fremd

Du nimmst ein F. Was ist ein F?
Das F ist ein Buchstabe,
es steckt in Freund, Hafen und auch Hilfe.
Alles ist dir vertraut.
Du nimmst ein R. Was ist ein R?
Das R ist auch ein Buchstabe,
und es steckt in Ruhe, Rache wie auch Regen.
Alles ist dir vertraut.
Nun nimmst du ein E. Was ist ein E?
Das E ist ein Buchstabe wie F und R,
es steckt in Ehrgeiz, Erfolg und Elend.
Alles ist dir vertraut.
Jetzt nimmst du ein M. Was ist ein M?
Auch das ist ein Buchstabe,
es steckt in Mut, Macht und ebenfalls Mitgefühl.
Alles ist dir vertraut.
Zuletzt nimmst du das D. Was ist ein D?
Ja, auch das D ist ein Buchstabe,
es steckt in Dieb, Dunkelheit und Dankbarkeit.
Alles ist dir vertraut.
Und es gibt noch so viele Wörter,
mit F, mit R, mit E, mit M oder D.
Sie alle bedeuten dir etwas,
Du benutzt diese Buchstaben.
Schreibst sie, sprichst sie, denkst sie. Jeden Tag.
Zusammen ergeben diese Buchstaben ein Wort,
ein Wort, welches dir ,wie die vielen anderen, bekannt und geläufig ist,
welches du oft oder weniger oft benutzt,
für alles, was dir nicht vertraut ist.
Es ist FREMD.
(Nadine O.)




Fremd

Auf irgendeine Art und Weise ist jeder und kein Mensch fremd. Es kommt darauf an, was man unter „fremd“ versteht.
Trotzdem hat sich das Wort „fremd“ durchgesetzt, sei es auf dem Sportplatz, auf der Arbeit, im Kindergarten oder in der Schule. Jemanden als „fremd“ einzustufen, obwohl er kein Fremder ist, fängt schon beim Aussehen an.
Manchmal ist es auch schwer, Fremdes zu tun.
Das beste Beispiel ist die Aufgabe, die ich in diesem Literaturworkshop bekommen habe. Es ist mir persönlich fremd, nach einem Stichwort ( in diesem Falles „fremd“) auf poetischer Ebene kreativ meine Gedanken aufzuschreiben. So viel zu Thema fremd.
Ich finde, man sollte sich mit dem Fremden bekannt machen und danach beurteilen, ob es gefällt oder nicht.
(Pascal)


Alles scheint so fremd

Die Schaukel, auf der wird saßen, fremd.
Das Haus, in dem wir wohnten, fremd.
Das Wohnzimmer, in dem wir zusammen fernsahen, fremd.
Der Sessel, in dem wir es uns gemütlich machten, fremd.
Der Geruch im Haus, fremd.
Ja sogar unser Schlafzimmer, fremd.
Warum? Wie kommt es, dass das eigene Zuhause einem fremd ist?
Was bedeutet Fremdsein?
Ist mir jemand fremd, wenn ich ihn nicht kenne?
Ist ein Ort mir fremd, wenn ich ihn nicht kenne?
War denn alles Vertraute vorher nur Einbildung?
Ist mir alles fremd, weil er nicht mehr da ist?
Ohne ihn fehlt ein Teil von mir.
Ohne ihn bin ich mir selbst fremd
Ohne ihn scheint alles fremd.
(Adisah W.)


Liebe

Ein wichtiges Gefühl, das ein Leben bestimmt. Du fühlst dich frei, möchtest herumspringen, die ganze Welt umarmen und ein Lächeln macht sich breit auf deinem Gesicht. Auch wenn es dir mal nicht gut geht und du Liebeskummer hast, macht es dich stärker. Dann hilft dir wieder die Liebe. Denn andere Menschen lieben dich und würden alles dafür tun, nur damit du fröhlich bist und andere Menschen wieder zum Lachen bringst.

 

(T.S.)

 


Musik ist wie ein hübsches Mädchen

 

Ich bin Malcom Nyantakyi, bin 17 Jahre alt und wohne in Bremen Walle. Ich komme ursprünglich halb aus Ghana und halb aus den Niederlanden. Ich wohne zusammen mit meiner Mutter und meinem kleinen Bruder.
Seit ca. zwei Jahren bin ich Musiker/Rapper. Ich sage nicht, dass ich der Beste bin, aber ich bin auf dem Weg ein guter zu werden. Vor zwei Jahren ist der Trend zu rappen hier in Bremen wie eine Epidemie ausgebrochen. Auch in meinem Freundeskreis, der hauptsächlich aus afrikanischen Jugendlichen besteht. Da ich sowieso mit Hip-Hop/ Rap aufgewachsen bin, hatte ich meine Einflüsse. Am Anfang habe ich Texte auf Englisch geschrieben und bei meinem Cousin am PC aufgenommen.
Doch ich habe bemerkt, dass ich nicht über den Wortschatz verfüge, um mit englischen Texten bei den Leuten anzukommen. Seit ca. einem Jahr schreibe ich deutsche Texte, die es in sich haben.
Ich arbeite an meiner Technik und an meinem Flow bis er einzigartig ist. Ich hatte bis jetzt drei live Auftritte und das Feeling auf der Bühne ist Hammer!
Ich weiß selber, dass ich Talent und Potenzial habe und werde üben, bis es sich auszahlt. Die Musik spiegelt mich gut wider, und ich mache sie mit Leidenschaft.
Sie gehört zu meinem Ego und Charakter dazu. Die Musik ist wie ein hübsches Mädchen und ich liebe sie.
(Malcom N.)


Es ist nun mal meine große Liebe

Karsten ging nun schon seit neun Jahren zum Hockeytraining. Das Hockeyspielen machte ihm Spaß. Am Anfang war sein Vater misstrauisch gegenüber dem Training gewesen. Er hätte es lieber gehabt, wenn sein Sohn, genau wie er, Fußballer geworden wäre.
Doch mittlerweile war Karsten siebzehn und sein Vater akzeptierte sein Hobby nicht nur, er kam sogar zu jedem Spiel. Er hatte eingesehen, dass das Hockeyspielen Karstens große Liebe war.
Karsten trainierte noch härter als sonst, weil er unbedingt später einmal Hockeynationalspieler werden wollte.
Er fing sogar an, die Schule zu vernachlässigen, um seinen Traum zu erfüllen. Plötzlich war es seine Mutter, die kein Verständnis mehr für ihn hatte. Es gab immer öfter Streit deswegen.
Aber sie war es doch, die am Anfang so begeistert von seiner Motivation war. Zuerst all die Jahre sein Vater, und nun, da der seine Vorurteile aufgab, fing seine Mutter zu nörgeln an.
Karsten beendete jedes Mal den Streit mit ihr mit dem gleichen Satz: “Es ist nun mal meine große Liebe”
(Salma Yousaf)


Liebe geht durch den Ball
Meine Liebe zum Fußball ist unbeschreiblich. Es ist kein Hobby, sondern eine Leidenschaft.
Leute rauchen und trinken, weil sie abhängig davon sind. Sie sind süchtig danach. Ich jedoch bin süchtig nach Fußball. Ob Fußball gucken oder spielen, egal. Beides gehört zu meiner Medizin. In dem Augenblick, in dem ich Fußball spiele, bin ich frei. Ich denke an nichts anderes. Das einzige, was mich dann interessiert ist der Ball. Der Gedanke, einmal verletzt zu sein, macht mir eine Gänsehaut. Nicht in der Lage zu sein Fußball zu spielen, das wäre ein Albtraum.
Obwohl Fußball für mich so viel bedeutet, habe ich den größten Fehler begangen, den ich machen konnte:. Ich habe mal aufgehört. Welch Wahnsinn mich damals getrieben hat, weiß ich immer noch nicht. Ich fühlte mich abgeschlagen. Selbst in der Schule konnte ich an nichts anderes mehr denken. Dann kam ein Anruf, meine Erlösung. Ich bekam die Möglichkeit, wieder zu spielen. Ich erwartete diesen Tag mit allen Sinnen. Dann war es endlich soweit. Der Pfiff kam, und ich spielte wieder.
Das war mein Tag und keiner konnte ihn mir wegnehmen.
Es heißt Liebe, geht durch den Magen. Bei mir geht die Liebe durch den Ball.
(Ridvan)


Alle Wege

Eine Liebe, die man vielleicht zunächst nicht bemerkt, ist die Liebe zu einem bestimmten Ort, dem Ort seiner Kindheit. Man bemerkt diese Liebe erst, wenn man den geliebten Ort verlässt oder ihn nach langer Zeit wiedersieht.
Als Kind ist einem das nicht bewusst. Man möchte raus, etwas Neues sehen. Nicht jeden Tag dieselben Wege gehen. Aber wenn man an einen Punkt kommt, an dem man diese vertrauten Plätze verlassen muss, bemerkt man ihren Wert, überkommen einen Erinnerungen an all die Gefühle, die man dort jemals hatte, aufgeregt, fröhlich, ängstlich, vielleicht auch traurig, müde oder wütend gewesen zu sein.
Man liebt sie und denkt mit Wehmut zurück. Es ist egal, wohin es einen nach der Schule verschlägt, in eine große Stadt am anderen Ende von Deutschland oder ins Ausland. Neue Eindrücke werden die alten Erinnerungen begraben, aber nie auslöschen. Man wird scheinbar vieles vergessen, aber kehrt man an die Orte zurück, die in der Kindheit einen solchen Einfluss hatten, kommt alles wieder und man liebt sie mehr, als je zuvor.
(Denise Sablinksi)

Liebe ist vielfältig

Liebe ist ein schönes Gefühl. Sie ist vielfältig: Die Liebe zu den Eltern, Geschwistern, zur Familie, zum Freund oder Freundin, auch zu Tätigkeiten.
Das, was man liebt, bedeutet einem etwas, manchmal mehr als nötig.
Es gibt auch einige, die die Liebe missverstehen, sich einbilden, jemanden oder etwas zu lieben oder einige, die nicht lieben wollen, um nicht verletzt zu werden.
Liebe ist, wenn einem jemand oder etwas wichtig ist, wenn man zufrieden und glücklich damit ist, wenn man den Personen, die man liebt, alles Gute wünscht und nicht seine eigenen Vorteile sieht. Wenn man eine Sache liebt, ist man mit seinem Herzen dabei und macht es nicht, um im Vordergrund zu stehen.
Liebe kann man sich nicht erkaufen oder erzwingen. Das Gefühl kommt vom Herzen. Man sollte es ernst nehmen. Es ist nicht wichtig, was andere davon halten, sondern, dass man selbst damit glücklich ist.
(Rokksana)