Wilfried N` Sondé: Workshop

Workshop mit Wilfried N´Sondé am 19.6.2009

Dieses Mal ist der im Kongo geborene, Wilfried N’Sondé zu Gast bei workshop literatur.

IMG_4716.jpgDer Autor von „Das Herz der Leopardenkinder“ (erschien 2007 in Frankreich und 2008 in Deutschland beim Kunstmann Verlag) zog mit vier Jahren nach Paris, um dort zur Schule zu gehen und später sein Studium in Politologie und Jura zu absolvieren. Seit 17 Jahren lebt und arbeitet der Musiker und Sozialarbeiter in Berlin- Wilmersdorf.

Seine Arbeit, junge Menschen in schwierigen Phasen ihres Lebens zu begleiten und zu unterstützen, macht ihm Spaß, sagt Sondé, als er sich uns vorstellt.

Der heutige Workshop sei zudem eine Premiere, denn er habe zwar Workshops mit Jugendlichen in Frankreich durchgeführt, aber in Deutschland mache er das heute zum ersten Mal, gesteht der sympathische Autor.

Sein Motto beim Schreiben ist es, so erklärt er uns, einfach erstmal drauflos zu schreiben und sich frei zu fühlen, das Schreiben als eine Art Mittel zu nutzen, um etwas zu sagen, um etwas aus seinem Inneren auszudrücken. Grammatik und Rechtschreibung seien hierbei zunächst zweitrangig.

Genau das sollen nun die SchülerInnen des SZ Walle aus dem 11er und 12er LK sowie dem 12 GK Deutsch umsetzen: Sich schreibend zum Thema „Liebe“ äußern, hier sehr weit gefasst, als etwas, das uns, wie auch immer geartet, magisch anzieht.

Die Texte, die anschließend in kurzer Zeit entstehen, sind beeindruckend in ihrer Vielfalt. Die Jugendlichen beschreiben ihre Liebe zu einem Ort, zur nimmersatten Neugierde auf Neues, zum Fußball, bei dem die Liebe „nicht durch den Magen, sondern durch den Ball geht“ oder aber auch die generellen Liebe, für die es gilt, Hindernisse zu überwinden.

Bei der zweiten Gruppe lautet die Aufgabe, einen Text zum Thema „fremd“ zu schreiben, wobei die Art des Textes eingegrenzt wird: Poesie ist gefragt ;o).

Spontan schreiben die SchülerInnen über das Gefühl des Fremdseins in der eigenen Haut, das Sich-Entfremden von einander oder von sich selbst. Eine Schülerin berichtet von dem Gefühl, einem Menschen, dem man häufig begegnet, nahe zu sein, ohne ihn zu kennen. Man sieht es den Jugendlichen an, die ehrgeizig über ihren Texten brüten, wie viel Spaß ihnen das Schreiben macht.

Auch der Autor ist begeistert vom Ergebnis und vom Potenzial und Talent zum Schreiben, das in allen steckt, die heute an den Workshops teilgenommen haben.

Alle Texte sind übrigens auf dieser Website hier nachzulesen.

(Jamilah)

Hier die Fotos:

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