Mathias Gatza: Workshop

Workshop mit Mathias Gatza am 28.1.2009

Die Schüler sitzen bereits gespannt auf ihren Stühlen, als Mathias Gatza von seinem Interview kommt. Er schreitet mit großen Schritten zu seinem Stuhl in der Mitte des Raumes, begrüßt alle und fängt an, aus seinem Leben zu erzählen. Gatza ist der Meinung, er sei ungefähr 20 Jahre zu alt für den Förderpreis der Rudolf-Alexander-Stiftung. Doch da er zwei Jahrzehnte “auf der anderen Seite” des Schreibens, nämlich als Lektor, gearbeitet hat, kann er sich trotzdem über den Preis freuen. IMG_4343.jpg

Das “A und O” eines Schriftstellers ist, dass er seine Scham überwindet, denn laut Gatza schreibt man so die besten Bücher.

 

Aus dem Grund haben die Schüler auch eine Art Hausaufgabe bekommen. Sie sollten eine Geschichte über ihr Idol schreiben. Doch keine normale Geschichte. Die Geschichte sollte aus der Perspektive einer Person sein, die das Idol gar nicht leiden kann. “Kill your Idol-Mache dein Vorbild nieder”, lautete die Aufgabe. „Dadurch lernt ihr, eine Distanz zu euren Figuren zu entwickeln,“ so Gatza, „und das ist ganz wichtig beim Schreiben.“IMG_4352.jpg

Aus der Schulklasse des Kippenberg-Gymnasiums meldet sich sofort einer, der seine Geschichte gerne vorlesen möchte. Nach einer kleinen Entschuldigung – er habe kein Idol und deshalb Bob Marley charakterisiert- liest er vor. Mathias Gatza ist sichtlich begeistert von dem Text. Er lacht. “Herrlich, herrlich!”. (Ihr solltet euch die Geschichte durchlesen. Ihr findet sie auf dieser Seite.) Die Klasse hat Mut gefasst.

Verschiedene Schüler lesen ihre Texte vor. Für eine ist der Vater ein Idol, für jemand anderen der Dalai Lama. 

Da jedoch nicht alle einen Text verfasst haben, bekommen die Schüler die Aufgabe, das jetzt innerhalb von 20 Minuten zum Thema “Kill your Idol” nachzuholen. Die anderen können auch zum Thema “Rausch” (egal welcher) eine Geschichte verfassen, und falls jemandem zu den genannten Themen gar nichts einfallen sollte, kann er über seine “Schreibblockade” schreiben. Auch hier entstanden die unterschiedlichsten Geschichten, witzige, unterhaltsame und solche, bei denen man länger nachdenken musste, bevor man sie “verdaut” hatte.

Insgesamt war es ein Workshop, in dem wir viele spannende Texte gehört haben, jedoch auch ein Workshop, indem es etwas wenig Anleitung und Tipps gab. Mehr Ratschläge und Informationen über das „Handwerk des Schreibens“ wären wünschenswert gewesen.

Hier die Fotos von den Workshops und vom Interview:

{gallery}veranstaltungen/28_01_09_mathias_gatza_workshops{/gallery}