Sudabeh Mohafez: Interview

Sudabeh, wie bist du zum Schreiben gekommen und wann hast du angefangen?

Mit 15 1/2 bin ich nach Deutschland gekommen, in dieser Zeit haben sich meine Eltern scheiden lassen. Da brauchte ich etwas, um meine Gefühle zu verarbeiten. Ich hab dann viel Tagebuch geschrieben. Nicht nur ein Mal am Tag, sondern wirklich fünf bis sechs Stunden. Und das zwei bis drei Jahre.

Durch dieses intensive Schreiben bilden sich kleine Geschichten aus den Texten heraus. Man fängt an, erzählend zu schreiben.

Inspirationswand Sudabeh.jpgWo schreibst du am liebsten?

Ich schreibe am liebsten zu Hause, da habe ich einen schönen großen Schreibtisch und meine „Inspirationswand“! Der Schreibtisch wurde mal für mich angefertigt und passt jetzt genau zu mir und meiner Größe. Zwischendurch schreibe ich aber auch im Zug, ich bin ja schließlich viel unterwegs.

Woher nimmst du deine Inspiration?

 Das ist unterschiedlich: Aus Erzählungen anderer, aus eigenen Erlebnissen. Wenn ich etwas erlebe, was bestimmte emotionale Probleme aufweist, dann schreibe ich gerne darüber. So etwas finde ich interessant.

Hast du eine bestimmte Art der Vorbereitung? Hast du z.B. immer einen Notizblock dabei und schreibst Ideen auf oder machst du dir eine Mind-Map?

Ich arbeite sehr viel direkt am Rechner. Dort habe ich dann viele verschiedenen Dateien gleichzeitig. Eine in der ich z.B. nur Ideen sammle, andere in der ich Biografien der Figuren sammle. Die müssen später nicht einmal im Buch auftauchen, ich hab sie nur für mich, zur Orientierung.

Möchtest du etwas mit deinen Geschichten vermitteln, eine Art Moral?

, ich bin da sehr egoistisch *lach*. Ich schreibe gerne, das macht mich glücklich und weil ich gerne glücklich bin, schreibe ich auch viel .

Vielen Dank, Sudabeh!

Das Gespräch führte Jamilah am 17.11.2006 im Wallsaal der Zentralbibliothek Bremen

Transkribiert von Jamilah Issifou