Ergebnisse aus den Workshops mit Finn-Ole Heinrich am 2.10.2008

Heimweh

Mir begegnet Heimweh auf Klassenreisen oder anderen Fahrten. Auch schon bei einfachen Übernachtungen hatte ich als Kind echte Probleme mit Heimweh. Ich vermisse einfach meine Familie, sehne mich nach den normalen Abläufen und will einfach wieder nach Hause. Vor sechs Wochen bin ich nun umgezogen, von Borkum nach Bremen. Wir haben auf der Insel kein Gymnasium, also musste ich irgendwann weg, das war klar. Aber jetzt, wo es soweit ist, ist es schwerer, als ich es mir jemals vorgestellt habe. Ich vermisse alles, die Leute, die Stadt, die Wohnung, die gesamte Insel. Meine Mutter wohnt aufgrund ihrer Arbeit noch dort. Sooft wie möglich kommt sie rüber oder wir fahren auf die Insel, aber es ist eben nicht mehr so wie früher. Ich höre abends im Sommer nicht mehr die Jungs Fußball spielen und die Wattvögel kreischen, sondern… das Quietschen von Bremsen und anfahrende Autos. Wenn ich in Bremen aus der Tür trete, rieche ich die Straße, höre Autos. Auf der Insel roch ich das Watt und sah das Meer und das wirklich jeden Tag. Das ist schwer, mit dieser neuen Situation umzugehen, aber ich komme langsam damit zurecht. Das ist aber nicht alles, was ich zu Heimweh sagen kann. Ich kenn es auch ‚andersherum‘. Als mein Vater aus beruflichen Gründen nach Bremen zog, hatte ich Heimweh nach ihm, bei meiner Schwester, die vor zwei Jahren hierher kam, war es dasselbe. Ich habe Heimweh also auch auf Personen bezogen, was es nicht immer leichter macht. Wenn nun aber meine gesamte Familie sich entschließen würde wegzuziehen, und sei es zum Nordpol, wäre es für mich okay. Ich denke nämlich, dass ich das Heimweh, welches Orte betrifft, überwinden könnte, solange meine Familie bei mir ist.

(Mareike)

 

 

Heimweh 1

Die Eltern und die Geliebten vermissen,
sich sehnen nach dem Alltäglichen,
sich völlig unvollständig fühlen,
die Tränen vergießen ins große Kissen.
An die eigenen 4 Wände denken,
sich sehnen nach den vertrauten Stimmen,
wenn die Kerzen anfangen zu glimmen,
lassen sich die Gedanken nicht lenken. 
Traurige Gedanken,
große Sehnsucht und Not,
zaghaft knabbern am Brot,
die Gefühle schwanken.
Wieder zu Hause,
ist einem um das Herze warm,
und in des Vaters liebem Arm,
gibt’s eine Pause.

 

Heimweh 2

Heimweh, ja dieses Gefühl kenne ich gut. Ein Gefühl von Unwohlsein, Einsamkeit und Sehnsucht, wer kennt es nicht? Heimweh nennt man es, wenn man seinen ersten Schultag hat und in der Schule an nichts anderes denken kann, als an sein Zuhause und an die Mutter, weil man sich in einem ungewohnten Umfeld befindet und alleine einer ungewohnten Situation ausgesetzt ist. Heimweh nennt man es, wenn man seinen ersten Urlaub ohne die Familie verbringt und man nur ein paar Minuten in Einsamkeit verbringen zu braucht, um an sein Zuhause zu denken und daran, wie es wäre, wenn die Familie hier wäre. Heimweh nennt man es, wenn man Sehnsucht nach den eigenen Wurzeln hat und sich fragt, wie es doch gewesen wäre, im eigenen Heimatland aufzuwachsen. Heimweh, ein Gefühl, das einem zeigt, wie wichtig es ist ein Zuhause, eine Familie und eine Identität zu haben, und gleichzeitig zeigt es einem, wie wichtig es ist, dies zu schätzen, denn nicht jeder kennt dieses Gefühl, da er genau diese Familie, dieses Zuhause und diese Identität nicht kennt.