Saša Stanišić: Interview

workshopsasa6Ist es schwer Schriftsteller zu werden? Wird Sasa Stanisic von seiner Familie unterstützt? Wir haben ihn interviewt und eine Menge erfahren.

Mit einem netten Lächeln im Gesicht saß Sasa Stanisic mit uns in einem kleinen Raum am Tisch. Auf die Frage: “Wollten Sie schon immer Schriftsteller werden?” antwortete er zunächst nicht, lächelte und sagte dann, dass er kein Interview führen wolle, wenn wir ihn nicht duzten. Also fragten wir noch einmal und diesmal bekamen wir eine Antwort. Als er noch klein war, wollte er wie fast jeder Junge Fußballprofi werden. Später Journalist. Schreiben war ihm schon immer wichtig, und so wollte er damit etwas zu tun haben. Dafür ist Schriftsteller der passende Beruf – und sein Traumberuf. Es gibt für ihn nichts Schöneres als sein eigener Chef zu sein. Das Wichtigeste ist Disziplin und ein gutes Buch! Und Sasa hat ein gutes Buch geschrieben. Also kann er damit ja wohl gut leben, oder etwa nicht? Genau konnte er dies nicht beantworten, da er immer halbjährlich die Abrechnungen bekommt, doch sein Buch wird in 17 Sprachen übersetzt und dadurch hat er genug zum Leben.
Was das Schwerste an seinem Beruf ist, ist für ihn leicht zu beantworten:Einen Verlag zu finden, der das fertige Buch drucken will. Trotzdem rät er jedem jungen Menschen, Schriftsteller zu werden. Und dass man nicht zu schnell aufgeben sollte, da die erste Geschichte sowieso nichts wird. Aber diese ersten Geschichten kommen in eine Schublade, und so sind sie später ein Geschenk für einen selbst. Ganz wichtig ist auch, dass man den Anspruch haben sollte, gelesen zu werden. Und man solle nicht aufgeben. Auch wenn die Eltern erst skeptisch sind. Sasa hat dies selbst erfahren. Sein Vater wollte, dass er Betriebswirt wird, einem vernünftigen Beruf nachgeht. Doch nun sind seine Eltern sehr stolz auf ihn. Und wie wir finden: Das können sie auch wirklich sein!
 
Dieses Gespräch führten Ina Möller und Marika Gonther am 29.01.2007 im Wallsaal der Zentralbibliothek Bremen.

Transkribiert von Ina Möller und Marika Gonther 

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