Doppel-U: Workshop

Workshop mit Doppel-U  am 11.5.2007: Was hat Schiller mit Rap zu tun?

Doppel-U begeistert sowohl am Vormittag in zwei Workshops wie auch am Abend vor großem Publikum mit Schillers und Goethes Gedichten.

Es ist 11.45 Uhr.Die Schüler des Gymnasiums Obervieland sitzen gespannt auf ihren Stühlen und warten darauf,dass ein Mann von 24 Jahren im Schlabber-T-Shirt anfängt zu rappen.Christian Weichrich, besser bekannt als Doppel-U, wärmt schon mal seine Stimme auf.“Was haben Schiller und Goethe mit Rap zu tun?“ fragt er neugierig.Die Antwort von allen Schülern ist relativ klar:Die beiden haben nämlich nichts mit Rap zu tun. Doppel-U kennt diese Antwort. So erklärt er, wie es mit ihm und Schiller und Goethe angefangen hat. Er wäre mal vor Ewigkeiten von einem älteren Mann, na , so um die 60, angesprochen worden,ob er eigentlich auch Schiller rappen könne oder nur so sinnlose Rapper-Texte? Daraufhin hat sich der damalige Jugendliche überlegt, er könne es ja mal versuchen, zumal er keine Lust mehr hatte, Texte zu rappen, in denen er sich nur selber beleidigt.

Also hat er sich mehrere Biographien von Schiller gekauft und fand diesen Mann plötzlich so „geil“, dass er inzwischen der einzige Mensch auf der ganzen Welt ist, der Schiller und später auch Goethe rappt. Ihm war dabei auch aufgefallen,dass es Parallelen zwischen Rap und Gedichten gibt. Bei beiden spielt der Rhythmus eine große Rolle und beide sind mit viel Emotionen geschrieben.Nach dieser Erklärung ist die Klasse dran. Doppel-U möchte,dass die Klasse am Schluss ein Gedicht rappen kann.Dazu müssen die Schüler erst einmal ihre Stimme aufwärmen.“Alle aufstehen! Wir sind hier doch nicht in der Hochschule!“Und schon gehts los.Erst mal müssen die Schüler Luftkaugummi kauen,dann müssen sie ihre Lippen locker lassen,so dass nur noch ein „brrr…“ rauskommt.Zur Erholung gibt es dann drei Gedichte:“Auf dem See“,“Zauberlehrling“ und „Gefunden“ alle von Goethe. Und nun sind wieder die Schüler gefragt.Sie sollen mit Doppel-U zusammen „Gefunden“ rappen. Nicht nur die Klasse ist sichtlich begeistert, auch Doppel-U ist vom Engagement der Schüler ganz angetan. Und so können alle um 13.15 Uhr ein Gedicht rappen,das sie am Abend auf der „Bühne“ präsentieren sollen. Am Schluss gibt Doppel-U den Schülern noch sein Lebensmotto mit auf den Weg:“Lasst euch auf den Prozess ein, denn nur Tränen und Leid helfen euch auf dem Weg!“
Auch der Abend verläuft für Doppel-U und das Publikum super. Nachdem die Verantwortlichen für die Plakate und Flyer von „Poetry on the road“ ihr Konzept erläutert haben, beginnt Doppel-U mit seinem Programm, erklärt dem Publikum, wie er zu Schiller und Goethe gekommen ist und dass er als Rapper eigentlich aus ganz normalen Verhältnissen stammt. „Ich spiele auf jeden Fall nicht mit Messern!“ So erfährt das Publikum einiges über Schiller,Goethe und das von einem Rapper, der nicht nur zeigt, dass er Schauspieler sein kann, sondern der größte Fan der beiden Dichter ist:“Schiller hat den Rappern echt was voraus: Der Inhalt ist besser und es geht nicht nur um Waffen und Ähnliches.“ Für die Schüler der Klassen 11 von den Gymnasien Horn und Obervieland ist der Höhepunkt natürlich das Rappen des Gedichts von Goethe: „Gefunden“! Alle stehen mit Doppel-U vorn auf der Bühne und das Publikum ist begeistert…! Nach einem Tag voller Rap, Schiller und Goethe und der Zugabe von Schillers “ Ode an die Freude“ weiß man, nach Beethoven und Verdi gibt es jetzt auch Doppel-U…“

Ina M.

 

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